Hans-Jürgen Mottschall

Modellbau

 

 

4. Championats Du Monde De Maquettes De Vitrines 18./26. April 1987 in Rouen/Frankreich

Meine Anfahrt zur 4. Weltmeisterschaft begann am Freitag d. 17.4.87 morgens um 5.00 Uhr. Die Route führte über Aachen, vorbei an Lüttich und Amien nach Rouen. Um ca. 17.00 Uhr trafen wir auf dem Wettkampfgelände ein. Wir, das sind die Hamburger: Carmen und Roland H., Jürgen H. und ich. Normalerweise hätte jetzt die Registrierung sehr schnell vonstatten gehen können, leider brauchte ich allein dazu eine gute Stunde, obwohl ich als einziger abzufertigen war. Dann kam für mich der erste Schock, denn, obwohl ich wie alle Teilnehmer, vorher die Längen und Breiten  unserer Modelle mit der Anmeldung ankündigte, bekamen wir alle nur so viel Platz, um die Schiffe dicht an dicht diagonal auf die Ausstellungstische zu stellen. Hier war nicht gewährleistet, dass der Zuschauer die Modelle nicht berühren konnte, sondern gerade die Kinder und Fachleute wurden herausgefordert, die Modellschiffe anzufassen! Die Halle, die für diese 4. Weltmeisterschaft angemietet wurde, war für uns, die Weltmeisterschaftsteilnehmer, nur zu 20 - 25% der Fläche zu nutzen. Den restlichen Raum konnten die Fachfirmen, die französische Marine, einige Plastikmodellfirmen und andere Werbungsfirmen für sich buchen.

Die sonst feierliche Eröffnung der Weltmeisterschaft ging ziemlich schmucklos vor sich. 6 deutsche Modellbauer übergaben an den französischen Verband ohne Musik oder sonstige Reden die Naviga - Fahne und schon war die 4. WM eröffnet. Viele Kollegen und Gäste fanden diese Eröffnung einfach  steril.




Fachgespräch vor dem Modell "LA ROYAL" 1:100 mit  dem Erbauer N. S.  (BG) r.

Am Nachmittag folgte nun' die Bauprüfung in der Klasse Cl (53 historische Modelle) und in der Klasse C2 (62 Schiffe mit maschinellem Antrieb). Hier versuchten die armen Bauprüfer sich einen groben Überblick über die verschiedenen Modelle zu verschaffen. Wenn man sich einmal vorstellt, zum einen die verschiedenen Maßstäbe von 1:14 - 1:200 und noch kleiner, die verschiedenen Schiffstypen vom Superschlachtschiff bis hin zum einfachen Torpedoreiter. Die Klasse Cl war  bestückt vom einfachen Ruderboot bis hin zum Dreidecker und das alles dicht an dicht!

In meiner Klasse war für uns Teilnehmer ziemlich eindeutig klar, wer die vorderen Plätze belegen würde. Die Rotchinesen mit 3 Booten, 1 Belgier und Dirk H. aus Hamburg mit seiner "Borre" waren für mich die Favoriten. Zuerst nahmen sich die Bauprüfer das größte chinesische Modell, die "Hu Jiu Lao 3" vor. Für uns, die Beobachter, stand jetzt schon einmal fest, es sollten gewisse Maßstäbe gesetzt werden. Dieses Modell wurde sogar mit einer Lupe untersucht. Wie sich am Ende  herausstellen sollte, hatten die Herren wohl erhebliche Mängel festgestellt, wie sonst ist es möglich, so einem Schiff nur 94,33 Punkte zu geben! Dann folgte die "Viribus Unitis" im Maßstab 1:100 vom belgischen Modellbauer L. gebaut. Dieses Schiff erreichte auch nur 94,66 Punkte, die in dieser Klasse die Höchstnote darstellte. Am ersten Tag wurden nur noch einige wenige Modelle gewertet, unter anderem unser Kollege Georg D. mit seiner "SMS. Hindenburg" im Maßstab 1:100.



Kl. -C 2 - "FLB 40" 1:20 v. W. N. (DDR) "J122" 1:68 v. Zhenwei Wu (TJ)

Am zweiten Tag folgten jetzt wir restlichen BRD-Teilnehmer. Hier machte ich mit meiner "Sydney Express" den Anfang und bekam gleich vom französischen Bauprüfer B. zu hören, dass die chinesischen Schiffe viel besser gebaut sind. Ich musste für mich selbst feststellen, dass ich noch nie einen Bauprüfer mit so einer Negativ-Einstellung an Schiffsmodellen gesehen habe. Dieser gute Mann machte von Anfang an alle Modelle so schlecht bei seinen übrigen Bauprüfern, dass wir, die Zuschauer und sehr genauen Beobachter dieser Kommission, uns unsere Gedanken machten!  Allerdings vergaß er, sicherlich aus Neutralitätsgründen, bei den französischen Schiffen, seine gesamte Gestik und Sprache. Bei all diesen guten Bauprüfern vermisste ich auch einfach einmal den Hinweis auf gut gebaute Schiffsteile an Modellen. Mit großer Sicherheit habe ich auch so etwas auf meinem Schiff! Nicht nur ich hatte das Gefühl, einigen Bauprüfern kam es nur auf die eigene Bestätigung ihres Könnens und Wissens an. Innerhalb weniger Minuten wurden die Modelle überflogen und die geheimen Punktzahlen erst einmal festgelegt. Mit großer Sicherheit haben die meisten Bauprüfer sich bemüht, korrekt zu arbeiten, aber bei der Vielzahl der Modelle und den Platzverhältnissen, war es auch erwartungsgemäß schwer. Die offene Wertung am Donnerstag sollte noch so manchen Modellbauer-Kollegen verärgern.

Am Mittwoch starteten wir mit mehreren Bussen eine Paris-Rundfahrt. Alle Teilnehmer an dieser Fahrt waren restlos begeistert, zumal viele Paris zum ersten Mal gesehen hatten. Selbstverständlich durfte der Besuch im Pariser Marinemuseum nicht fehlen. Der Abschluss des Abends wurde mit einer Paris-Rundfahrt bei Nacht gekrönt. Ich selbst war sehr beeindruckt!



Kl. - C 3 -  "BEI DOU HAO" 1:60 v. Zhikang Wu (TJ)

Im Laufe des Donnerstags erfolgte die Wertung in der Klasse C3 (62 Schnittmodelle, Schiffs-Sektionen und Wasserlinien-Modelle) . Die zum Teil aus Platzmangel auf dem Fußboden stehenden oder noch in Kisten verpackten Modelle wurden auf einer jetzt geräumten Ausstellungsfläche am Ende der Halle aufgestellt. Für mich war diese Klasse wohl die schwierigste. Hier tummelten sich ganze Werftanlagen mit fast fertigen Schiffen auf den Helligen genau so wie Schnitt- und Wasserlinienmodelle. Die kleinen Exponate wie Aufbauten, Mastsektionen, Schiffskanonen und andere halbfertige Schiffsteile verloren sich fast gänzlich in dieser Repräsentation. Der Holländer Gerard V. belegte für viele von uns zurecht mit seiner phantastischen Holzarbeit des Schiffes.



Kl. - C 3 - "VICTOIRE" 1:50 auf dem Bauslip v. Binwei Yang (TJ)

"Le Vaisseau" im Maßstab 1:72, mit 96,66 Punkten den 1. Platz. Der Chinese Zhikang, Wu mit einem Schnittmodell eines Fischkutters folgte hier mit 96 Baupunkten. Das Schnittmodell "Beidou Hao" im Maßstab 1:100 war genau wie das andere chinesische Modell "Bin Hai 282" im Maßstab

1:50, ein Versorger-Typ, eine richtige Augenweide. Auf diesen Schiffen konnte man sogar eine exzellente Spantenarbeit im Rumpf sowie die Ausrüstungen und Maschinen in den einzelnen Räumen betrachten. Selbst eine kleine Drehbank im Storeraum war vorhanden. Vor diesen Arbeiten konnte




Kl. - C 3 -  "BIN HAI 282" 1:50 v. Jinli Shi (TJ)wohl jeder nur seinen Hut ziehen. Ich selbst war in dieser Klasse mit meiner Schwergut-Sektion eines 120 to-Stülcken-Systems vertreten. Für diese Arbeit bekam ich 85 Baupunkte, somit eine Silbermedaille und war damit hochzufrieden.

Gleichzeitig liefen die Bauwertungen in der Klasse C4 (37 Modelle kleiner als im Maßstab 1:250). Hier waren Modelle von 1:250 bis 1:1200 vertreten. In diesen Klassen gaben die rotchinesischen Modellbauer den Ton an. Was hier gezeigt wurde, waren wahre Meisterwerke, sei es bei den Schiffen der Neuzeit oder den historischen Segelschiffen. Diesen Modellbau kann man wahrlich nur mit einer Speziallupe betreiben. Ein Teil der Segelschiffe, Maßstab 1:350 und 1:400 zeigte sogar den Rumpf offen. Selbst in diesem Maßstab wurde noch eine genaue Spantenarbeit gezeigt. Mit 96 Punkten belegte der Chinese Rong Xu mit dem Forschungs- und Rettungsschiff "Xiangyanghong 10" im Maßstab 1:800 den ersten Platz. Am Donnerstag Abend bei der offenen Bauwertung der Klassen Cl und 2 gab es dann doch einige Unmutsäußerungen bei den zum Teil niedrigen Wertungen und der Differenz bis zu 9 Punkten. Selbst unbeteiligte Zuschauer stellten immer wieder die Frage, warum nicht zumindest für die Klassenbesten 99 oder gar 100 Punkte vergeben werden. Leider war es auch hier, wie so oft, dass der Oberschiedsrichter Herr M. aus Polen die obere Grenze mit 95 Baupunkten für die Schiedsrichter festlegte. Dieser Herr ist für mich ein ganz besonderes Phänomen unter den "Modellbaufachleuten", ohne die Bauunterlagen oder Bilder anzusehen, geht er die Reihe der Schiffsmodelle ab und sucht immer wieder ganz verzweifelt sein 100-Punkte-Modell. Ich bin einmal gespannt, ob er es je findet, vielleicht kommen ja irgendwann einmal die kleinen Marsmenschen mit diesen Modellen, oder ganz einfach, er zeigt uns einmal seine Modelle!

Vielleicht erleben wir Modellbauer, die sich innerhalb festgelegter Grenzen bewegen, einmal eine korrekte Regelwerkeinhaltung unserer Bauprüfer. Viele meiner Modellbauer-Kollegen waren nach diesen Ergebnissen sehr enttäuscht und überdenken eine weitere Teilnahme in diesen Klassen. Die zum Teil abgegebenen Wertungen waren keine Werbung für den Modellbau, sondern einfach eine Frechheit oder Unwissenheit. Ich selbst bekam für meine "Sydney Express" folgende Wertung: 92, 91, 87, 87 und 93 Baupunkte, nach Streichung der höchsten und niedrigsten Wertung kamen jetzt genau 90 Baupunkte und somit eine Goldmedaille heraus. Speziell in diesen Klassen werden immer wieder gute, mit großem Aufwand gebaute Modelle, abgewertet und kleine, mit geringem Aufwand,  aufgewertet. Wie kann es sonst möglich sein, dass ein einfacher Torpedoreiter 76 Baupunkte bekommt und komplette andere Schiffe sogar unter 70 Punkte, und somit aus den Wertungen fallen.

Freitag morgen nahm ein großer Teil der Schiffsmodellbauer an einer Seine-Fahrt teil. Nach dem Ärger vom Donnerstag war das genau die richtige Entspannung für uns Modellbauer.

Die offene Wertung der Klassen C3 und C4 fand am Samstag um .15.00 Uhr statt. Hier zeigte sich, wie schon angekündigt, eine stabilere Wertung. Vielleicht ist den „Fachleuten“ der Jury auch ganz einfach nur zu Ohren gekommen, dass der Modellbauer sich allmählich veralbert fühlt. Wie immer zeigten sich dann auch einige Überraschungen, aber auch sehr gute Ergebnisse.

 Der "bunte Abend" am Samstag um 20.00 Uhr war natürlich der Höhepunkt für den einen oder anderen. Das gute Essen und die entsprechenden Getränke sorgten letztendlich für die richtige Stimmung. Für mich endete dieser Abend um 3.00 Uhr morgens.

Die Siegerehrung am Sonntag bildete den Abschluß der 4. C-WM. Ich selbst hatte das Pech, beim Aufruf der Goldmedaillen-Gewinner vergessen zu werden, schlich mich aber dann doch durch die Aufforderung eines Kollegen mit nach vorn. Wenigstens bei der Vergabe der Medaille und Urkunde wurde ich dann nicht vergessen. Der Höhepunkt war dann die Verleihung der Pokale. Der englische "King-Gedächtnis-Pokal" wurde an den Modellbauer mit der höchsten Wertung aller Klassen vergeben, also an Gerard V. aus Holland. Die restlichen Pokale bekamen französische Wettkämpfer, die zwar weit im hinteren Punktefeld auftauchen, aber was soll's!

Kl. -C 3- "LA VAISSEAU" 1:72 v. Gerard V. (NL)


Zusammenfassend möchte ich sagen, das Rahmenprogramm war hervorragend, leider kam der eigentliche Sinn und Zweck unseres Zusammentreffens zu kurz, ganz zu schweigen von der Organisation. Am späten Sonntagabend fuhr ich wieder in Richtung Hamburg, wo ich nach 10 stündiger Fahrt endlich eintraf.

Um diese Weltmeisterschaft richtig zu beschreiben, hätte es  Buches bedurft. 

H.-Jürgen Mottschall


5. Weltmeisterschaft vom 07.06. - 15.06.1987 in Schwerin (DDR)

Da sich kein Veranstalter fand, um diese Weltmeisterschaft auszurichten, erklärte sich kurzfristig der Schiffsmodellsportclub der DDR dazu bereit. Dieser Club ist eine der vielen Gruppen innerhalb der GST (Gesellschaft für Sport und Technik). Austragungsort war hier wieder der Burgsee direkt unterhalb des Schweriner Schlosses. Für uns, die Teilnehmer, war klar, hier würde im Gegensatz zur WM von Frankreich alles klappen, was organisatorisch zu regeln war! Nur das Fahren auf dem Gewässer musste noch von uns bewältigt werden. Wir Hamburger hatten zu dieser WM nur 130 km zurückzulegen, also fast ein Heimspiel. Wir Hamburger waren: Dirk Hamann, Karl M., Rüdiger Berdrow und ich.  Am Sonntag fuhren wir etwa um 10.00 Uhr von mir los und trafen gegen Mittag auf der "Neuen Dreesch" in Schwerin ein. Die Zollformalitäten an der Grenze gingen auf der Hinfahrt sehr schnell vonstatten. Auf der "Neuen Dreesch", ca. 4 km vom eigentlichen Austragungsort entfernt, waren alle zuständigen Behörden versammelt, sodass die Formalitäten innerhalb kürzester Zeit geregelt waren. Die Vermessung der Schiffsmodelle folgte dann als nächstes. Für mich, da ich ja in den Klassen b und c startete, ein ganz schöner Aufwand. Beide Kisten mussten jeweils vom Dach herunter geholt werden, die Modelle ausgepackt, dann zur Vermessung hingeschleppt werden, Modelle wieder einpacken und auf das Wagendach deponiert werden. Die, Vermessung der Modelle ergab wieder einmal ganz geringe Toleranzen, auf jedem Wettbewerb allerdings zeigten sich andere Maße. Diese Prozedur ist inzwischen ja allen bekannt und oftmals doch sehr lästig. Nach dieser ganzen Prozedur wurden die Modelle zu dem ca. 4 km entfernten See in dafür bereitgestellte Container untergebracht.

Der nächste Schritt war natürlich sofort, die Wettkampfstätten in "Augenschein" zu nehmen. Da ich dieses Gewässer von internationalen Wettbewerben her kenne, war für mich die Anlage in-

zwischen bekannt. Unsere Unterkunft war im Stadtteil Lankow ca. 7 km vom See entfernt. Alle, die nicht Zelten wollten waren also hier in geräumten Lehrlingswohnheimen der Lederwaren in 2 und 4-Bettzimmern untergebracht. Die Camper mussten ca. 16 km fahren. Frühstück und Abendessen fand jeweils auf der "Neuen Dreesch" statt, das Mittagessen im Schloß direkt am Schweriner See.

Am Montag von 8.00 - 17.00 Uhr fand das sog. Training auf dem Parcour statt. Hier fanden sich so nach und nach die Fahrer der verschiedenen - F 2-Klassen - ein, teils mit Schiffen oder nur aus Neugier. Für mich persönlich bringt zwar so ein Training nicht viel, immerhin kann man mit Gleichgesinnten schippern. Jeder weiß, im Wettkampf zählen die Punkte und nicht beim Üben.

Aufstellung auf dem Rathausplatz


Übungsfahrten


Um 19.00 Uhr begann dann der offizielle Teil der 5. Weltmeisterschaft. Da ich einer der amtierenden Weltmeister war, hatte ich die Ehre, unsere Nationalflagge zu tragen. Die offiziellen Reden auf dem Marktplatz waren relativ kurz. Innerhalb einer Stunde, bei etwas Regen, war auch dieses überstanden. Insgesamt 15 Nationen mit 318 Teilnehmern in 21 Klassen waren hier zum Wettstreit angetreten. Die bundesdeutsche Mannschaft war die stärkste Mannschaft mit 65 aktiven Teilnehmern und 58 Starthelfern und Schlachtenbummlern. Nur die DDR-Mannschaft war in etwa gleichstark. Am Dienstag begann dann der eigentliche Wettkampf in unseren Klassen

- F 2 -. Die - F 2 a-Klasse - hatte pünktlich um 8.00 Uhr den Beginn ihrer Bauprüfung. In dieser Klasse hatten wir mit Dirk Hamann, Klaus P. und Achim T. gute Vertreter. Insgesamt waren. hier 12 Modelle am Start. Die 5 Bauprüfer hatten jetzt natürlich eine gewaltige Arbeit zu leisten. Die offene Bauprüfung im Anschluss brachte dann für mich keine sehr große Überraschung. Sieger in der Bauprüfung mit 96,33 Baupunkten wurde Dirk H. mit seinem Modell eines Ro-Ro-Frachters im Maßstab 1:100, die "Borre". Die 2. Plätze belegten der Chinese He Ren Zhang mit einem Forschungsschiff 1:75, der "Binhai 512" und der DDR-Sportler Arnold P. mit dem Kriegsschiff im Maßstab 1:100, der "Duilio". Die "Brocken", ein Spezialschwergutschiff im Maßstab 1:100 von Manfred Z. aus der DDR, kam jetzt schon mit 94,67 Punkten auf den 4. Platz.

Kl. - F 2 a - "BORRE" 1:100 v. Dirk H. (D)

Hier zeigte sich jetzt schon wie in allen übrigen Klassen nachher: es konnte nur das Fahren auf dem Parcour die Entscheidung bringen. Der geringste Fehler, und das sind nun einmal 2 Punkte, konnte gewaltige Platzveränderungen bringen, also Spannung bis zum Schluß!

 Als nächstes folgte dann die Bauprüfung der Klasse - F 2 b -. In dieser Klasse waren 18 Teilnehmer am Start. Wir, die deutsche Mannschaft sogar dadurch, daß ich ja der Titelverteidiger war, mit 4 Schiffen. Werner T. mit einem holländischen Versorger, Karl M. mit einem Bugsier- Hochseeschlepper, der "Simson" und Eberhard T. mit dem Zerstörer "Z 34" waren meine bundesdeutschen Mitstreiter. Die offene Bauwertung ergab dann folgenden Stand der Bauprüfung: Auf den 1. Platz kam der Chinese Deng mit einem phantastisch gebauten Forschungsschiff im Maßstab 1:100, der "Xiangyuang Hang 10", ein Modell aus Weißblech gefertigt mit 98,33 Baupunkten. Diese Bauwertung war die bisher höchste Baunote auf Weltmeisterschaften! Den 2. Platz belegte Peter S. aus der DDR mit einem Landungsschiff in einem Maßstab 1:75 und 96 Baupunkten und auf den 3. Platz folgte ich schon mit 94,67Baupunkten mit meiner "S.A. Van Der Stel" im Maßstab 1:100. Für mich persönlich noch einmal eine schöne Bauwertung, lag ich doch nicht all zu weit zurück. Auch hier mussten wieder die Plätze letztendlich ausgefahren werden. Während unserer Bauprüfung kam schon die für mich schöne Meldung, unser Dirk H. aus Hamburg hatte in seinem 1. Lauf, mit ein bisschen Glück im Dockmanöver, 100 Punkte erreicht und stand somit als 1. Weltmeister in dieser - F 2-Klasse - fest. Dirk hatte insofern auch mit dem Wetter ein bisschen Glück, gerade zu seinem Dockmanöver herrschte Windstille und er konnte in aller Ruhe dieses Manöver zu Ende fahren. Wie so oft im Laufe des Wettbewerbs mussten gerade im Dockmanöver einige Teilnehmer die böse Erfahrung durch den böigen Wind machen. Im wahrsten Sinne des Wortes wurden die Schiffe vom Winde verweht! Wind im Maßstab 1:100 gibt es ja bekanntlich noch nicht.

Die Plätze 2 - 4 waren bis zum 3. Lauf in dieser Klasse offen. Endlich im 3. Lauf fuhr der Chinese seine 100 Fahrpunkte. Da Arnold P.  98 Fahrpunkte in allen 3 Läufen hinlegte, bekam er den undankbaren 4. Platz. Den 3. Platz belegte Manfred Z. aus der DDR mit seinem Spezialschwergutschiff "Brocken" im Maßstab 1:100. Manfred ist gleich im 1. Lauf seine optimalen 100 Punkte gefahren und dank seiner guten Bauwertung auf den 3. Platz gekommen.

Am Nachmittag folgte jetzt für uns in der - Klasse F 2 b der 1. Lauf. Der Chinese Deng fuhr 98 Fahrpunkte raus und war dank seiner guten Bauwertung nicht mehr vom 1. Platz zu verdrängen. Somit stand der Weltmeister in der Klasse -F 2 b - fest und ich, der bis dahin amtierende Weltmeister dieser Klasse, war enttrohnt. Mein Lauf mit der "S.A. Van Der Stel" erbrachte für mich 98 Fahrpunkte und schon den sicheren 3. Platz. Peter S. aus der DDR fuhr mit seinem Landungsschiff im 1. Lauf nur 84 Fahrpunkte, also war hier der 2. Platz durchaus noch zu erreichen. Im 2. Lauf kam jedoch der Peter auf 100 Fahrpunkte genauso wie ich. Die Reihenfolge am Schluss: Deng Erster, Peter Sager Zweiter und ich letztendlich der Dritte!




 

Kl. - F 2 b - "XIANGYUANG HANG 10" und "VAN DER STEL" der neue u. alte Weltmeister

 

 

Auch hier wie in allen übrigen Klassen zeigte es sich, dass die guten Modellbauer sehr häufig, man kann sagen fast ausschließlich, auch ihre Modelle (Wettkampfgeräte) gut beherrschten. Wie exzellent einige gute Modellbauer ihre Schiffe beherrschten, zeigte sich in der Klasse -F 2 a -. Klaus P. aus Köln mit seinem Bugsierschlepper "1". In allen drei Läufen fuhr unser Klaus 100 Punkte! Selbstverständlich gehört auch ein bisschen Glück zum Kursfahren. Karl M., der ein 100-Punktelauf im 3. Durchgang zustande brachte, belegte zusammen mit Werner T. am Ende einen hervorragenden 4. Platz auf dieser 5. Weltmeisterschaft.

 

 

Gleichzeitig, als wir um Punkte auf dem Wasser kämpften, fand im Saal die Bauprüfung - F 2 c -, also Modelle über 1,70 m, statt. Da ich ja selbst gerade an der Startstelle - F 2 - fuhr, wurde ich durch meinen Starthelfer Rüdiger und Dirk vertreten. In dieser Klasse - F 2 c - brachte ich meine "Sydney Express" an den Start. Die Bauwertung dieser Klasse war jetzt wie folgt: Als erstes die "SYDNEY EXPRESS" mit 93,67 Baupunkten, gefolgt von dem Bulgaren M. mit einem franz. Zerstörermodell "Le Terrible" im Maßstab 1:75 mit 93,93 Baupunkten. Zwei DDR-Sportsfreunde folgten jetzt noch mit 87,67 Baupunkten. Zwar hatte ich nur 0,33 Punkte Vorsprung, aber immerhin wurde das Ganze ja auf dem Wasser noch ausgefahren. Am folgenden Tag zeigte sich dann beim Fahren, der Bulgare hatte sein Schiff besser als ich im Griff und fuhr gleich 98 Punkte.

 

 

Ich selbst hatte einige Schwierigkeiten mit meinem Schiff und fuhr nur 92 Punkte. Im 2. Lauf hatte ich diese Schwierigkeiten überwunden, schaffte allerdings wieder nur 92 Punkte. Im 3. Lauf hatte ich jetzt endlich mehr Glück und erreichte 94 Fahrpunkte, das hieß jetzt, der 1. Platz war vergeben. Das Stechen um den 2. Platz mit einem sicheren DDR-Fahrer, dem Sportler Peter J., sollte für mich wider Erwarten gut ausgehen. Beim Ziehen der Reihenfolge im Stechen hatte ich insofern Glück, dass ich als Erster fuhr. Hier konnte ich endlich 100 Fahrpunkte hinlegen, Peter J. fuhr einmal vorbei und somit war ich Zweiter in der Klasse - F 2 c -.




Kl. - F 2 c -  "SYDNEY EXPRESS" 1:100 Startvorbereitung und Dockmanöver

Für mich noch ein ganz persönlicher Erfolg insofern, denn niemals zuvor hatte ich mit diesem Schiff einen Wettbewerb 100 Punkte gefahren und auch noch nie ein Stechen gewonnen. Hier auf einer WM hatte ich insofern Glück, ich erreichte a) die 100 Fahrpunkte und b) das 1. Stechen, solang' ich überhaupt Wettbewerbe fahre. Für mich unter dem Strich noch ein Riesenerfolg!

In der Klasse - EK - stellte der Russe Jury P. mit einem Raketenschlachtkreuzer, der "Kirov", ein Superschiff vor. Dieses Schiff war für mich wohl das beste Schiffsmodell dieser Weltmeisterschaft, leider nur mit 96,33 Punkten in dieser Klasse benotet. Wer dieses Modell, Maßstab 1:100 aus Weißblech gebaut, gesehen hat, musste einfach begeistert sein! Allein die Lackierung dieses Schiffes war eine Sonderklasse für sich. Leider fährt dieses Schiff nur in der sog. Geradeaus-Klasse, d.h. die Schiffe fahren auf einer 50 m langen Strecke und müssen am Ende dieser Strecke das mittlere Tor durchfahren, um 100 Punkte zu bekommen. Jury schaffte in gewohnter Manier diesen Parcour und wurde Weltmeister. Dieser klasse Modellbauer stellte uns 1979 in Duisburg schon einmal einen Raketenkreuzer der EK -Klasse in exzellenter Bauweise vor. Hatte man damals angenommen, er könnte sich modellbaumäßig nicht mehr verbessern, wurde man hier eines Besseren belehrt.



- EK - "KIROV" 1:100 v. Jury P. (UDSSR)

In der Klasse - F 6-traten 13 Mannschaften an. Hatten alle wieder auf die italienischen Sportsfreunde gewettet, die ja die letzten beiden Weltmeisterschaften für sich entscheiden konnten, so wurden wir überrascht! Die holländische Mannschaft mit einem exzellenten einschleppen eines Containerfrachters, immerhin über 5 m lang im Maßstab1:50, bekam 93 Punkte und belegten somit den 1. Platz. Zur Ehrenrettung der Italiener muss ich allerdings sagen, dass sie Pech mit ihrer Elektronik hatten, das ist aber nun einmal Wettbewerb. In diesen Klassen - F 6 - und "F 7- werden genau wie in den -C- Klassen leider nur sog. Leistungsstufen vergeben, also keine offiziellen Titel.



Kl. - F 6 - "TEAM M." 1:50 das  Modell wird zum Wasser gebracht

Den 1. Platz in der - F 7-Klasse - konnte unser Johannes L. mit 91,33 Punkten und einer gekonnten Leistung belegen. In dieser Klasse waren auch 13 Teilnehmer am Start. Gerade in diesen Klassen wird oft eine außergewöhnliche Show mit vielen elektronischen und Funkelektroniker Raffinessen gezeigt. Bei der Bauprüfung in den verschiedenen Klassen ist mir und anderen Teilnehmern allerdings auch aufgefallen, dass einige Bauprüfer sich zwischen den Modellschiffen ziemlich sorglos benahmen. Schlipse, Jackenärmel und Rockschöße lagen oft auf den Modellschiffen. Ein Bauprüfer, darauf angesprochen, gab zur Antwort: Das macht nichts! Entweder weiß dieser Bauprüfer nicht, was Modellbau ist, oder vielleicht hat er noch nie Modellbau betrieben. Mein Vorschlag wäre, an diesen Bauprüfer: Modellbau zu versuchen, damit für die Zukunft ein besseres Bewegen innerhalb so exzellenter Exponate gewährleistet wäre.

Am Donnerstag unternahmen alle Teilnehmer der Weltmeisterschaft einen Schiffsausflug mit der "Weißen Schweriner Flotte" auf dem herrlichen See. Hier konnten sich auch endlich einmal die Helfer dieser WM ein bisschen erholen. An dieser Stelle möchte ich auch ein herzliches und großes Dankeschön an alle Mitarbeiter, die sichtbaren und unsichtbaren ,dieser WM loswerden! Jeder, der schon einmal einen Wettbewerb ausrichten musste, weiß wie schwer es ist, die verschiedenen Positionen zu besetzen. Immerhin soll der Teilnehmer ja keinen Grund zum Meckern haben. An unserer Startstelle der F 2-Klasse sorgte Herbert K. aus der DDR mit seiner Mannschaft, allen bekannt von den verschiedenen internationalen Wettbewerben in der 2. Weltmeisterschaft in Magdeburg, für einen ruhigen und reibungslosen Ablauf. Selbst bei dem nicht immer trockenem Wetter, von dem oftmals verheerenden böigen Wind, hatten wir immer ein gutes Wettbewerbsklima an dieser Startstelle.

Insgesamt wurden auf dieser WM 17 mal Weltrekorde in den Rennbootklassen gebrochen" wobei letztendlich 12 neue Rekorde für die Rekordliste Bestand haben. Obwohl das Wetter nicht immer für eine Rekordjagd geeignet war, stellten u. a. die chinesischen Teilnehmer Fabelrekorde auf! Wer einmal in diesen Klassen zugesehen hat, konnte nur über die guten Reaktionen und vor allem die guten Nerven dieser Rennbootfahrer staunen. Einer der Höhepunkte dieser WM war am Donnerstag der sog. Bunte Abend. Was hier auf diesem Abend geboten wurde, war allergrößte Spitzenklasse. Die Akrobatik einer jungen Dame sowie die Tanzgruppen, verschiedene Turnübungen waren hier die Höhepunkte dieses bunten Abends. Selbstverständlich fehlte auch hier eine Modenschau nicht. Leider war für uns dieser Abend um 24.00 Uhr schon beendet.

Zurückblickend möchte ich sagen, dieser bunte Abend ist für viele der Teilnehmer doch wieder eine sehr gelungene Attraktion, da gerade an solchen Abenden einige Bekanntschaften geschlossen werden und alte erneuert werden.

Die Siegerehrungen begannen am Freitagnachmittag und folgten dann am Sonnabend und Sonntag. Besonders stolz macht es doch immer wieder, wenn bei dem betreffenden Sieger, nachdem er auf seinem Treppchen steht und wenn die Medaillen und Urkunden überreicht sind, die eigene Nationalhymne erklingt. Am Sonntagnachmittag begann dann für uns Teilnehmer dieser 5. WM der Abschied. Abschied insofern, daß sich alle teilnehmenden Nationen noch einmal auf dem Wettbewerbsgelände versammelten und nach den verschiedenen Reden der offiziellen Vertreter der Naviga dieser WM für beendet erklärt wurden. Für mich und die übrigen Hamburger Teilnehmer begann dann die Rückfahrt nach Hamburg. leider hatte ich dieses Mal an der Grenze nicht so viel Glück wie auf der Hinfahrt. Hier verlangte jetzt der Zöllner, dass ich meine Kisten vom Dach des Wagens herunterholen sollte bzw. öffnen sollte. Mein Starthelfer, der zum Glück gleich hinter mir stand, erhielt die Erlaubnis, mir behilflich zu sein. Nachdem ich die Kisten geöffnet hatte, wollte der gute Mann sogar noch in die Modelle hineingucken! Als ich erklärte, dass ich dieses Modell ganz und gar auseinander nehmen müsste, um ihm den Einblick zu verschaffen, sah er davon ab. Ich muss schon sagen, wenn man einmal gelesen hat, Motto der 5. Weltmeisterschaft in der DDR, für Frieden- und Völkerverständigung zu werben, dann war für mich das Verhalten hier etwas sehr merkwürdig. Hatte man uns doch vorher von entsprechender Stelle versichert, wir würden keine Schwierigkeiten an der Grenze bekommen. Aber das ist eben Wettbewerb. letztendlich kann ich nur sagen, für mich war diese WM wieder der Höhepunkt in meinem Schiffsmodellbau. Das nicht alle immer Glück haben können, ist selbstverständlich. Jeder, der an einem Wettbewerb teilgenommen hat, weiß, Glück und Unglück liegen ganz dicht zusammen! Die bundesdeutsche Mannschaft mit 19 errungenen Medaillen belegte den 1. Platz vor allen anderen. Die 19 Medaillen setzen sich wie folgt zusammen: 7 x Gold, 5 x Silber, 7 x Bronze und recht beachtliche sechs 4. Plätze machten den Erfolg dieser WM aus. Nur die Chinesen, die allerdings auch mit einer wesentlichen kleineren Mannschaft angetreten waren, erreichten noch einmal 7 Goldmedaillen, 4 x Silber und 2 x Bronze.

H-Jürgen Mottschall

NAVIGA Wereldkampioenschap Scheepemodelsport Rotterdam 3.-11.08.1985

Nicht jeder Leser wird jetzt gleich wissen, was diese Überschrift bedeutet. Der Kenner der Materie weiß jedoch, sie handelt von der 4. Weltmeisterschaft für Schiffsmodelle in Rotterdam. Für uns, den bundesdeutschen Teilnehmern, war Rotterdam vom Anfahrtsweg im Gegensatz zur 3. WM 1983 in Stara Zagora (Bulgarien) ein Katzensprung. Betrug doch meine Anfahrtsstrecke gerade 530 Km. Nach geringen Passformalitäten an der niederländischen Grenze,  trafen wir schon am Freitag den 2.08. mit noch einigen ganz eiligen Teilnehmern am Austragungsort im Zuiderpark von Rotterdam zusammen.

Nach dem üblichen Hallo, nahmen wir auch gleich eine Besichtigung der Wettkampfanlagen vor und stellten jetzt schon fest, was für eine immense Arbeit vom niederländischen Veranstalter, speziell der Rotterdamer Modellbaufreunde, geleistet wurde. Ca. 400 000 Gulden hätte die Veranstaltung gekostet wenn nicht zeitweilig bis zu 150 Helfer mitgewirkt hätten. Durch diese Eigenhilfe wurden insgesamt über 300 000 Gulden eingespart ! Der Rest der Summe wurde als Ausfallbürgschaft von der Stadt Rotterdam übernommen. Allerdings mit der Auflage, keine Eintrittsgebühr zu erheben. Selbstverständlich halfen auch so renommierte Firmen wie; NEDLLOYD, Schlepperreederei SMIT und noch einige Hafenfirmen kräftig mit. Insgesamt 5 Startstellen an 3 Seen wurden erstellt. Ein großes Zelt zur Ausstellung der Modelle, Container für die stillen Arbeitskräfte im Hintergrund einer jeden Veranstaltung sowie Container zur Aufbewahrung der Modelle oder sonstigem Gerät standen bereit.

Sonnabend den 3.08. trafen nun nach und nach die übrigen Teilnehmer ein. Die Registrierung der Modelle ging sehr zügig vor sich. Senderkontrolle und die Vermessung der Modelle klappten hier optimal. Bei der Vermessung der Modelle kamen hier wie üblich, ganz andere Maße, als die, die im Bielbrief schon x-mal geändert wurden, auf. Auf keiner WM habe ich bisher erlebt, dass die Maße nicht doch geändert werden mussten. Zum Glück bewegten sich meine Maße immer innerhalb der zulässigen Toleranzen. Vielleicht sollte man aber immer nur die 3 Erstplatzierten der Wettbewerbe vermessen. Im Sport wird ja auch nicht jeder Sportler zur Dopingkontrolle geführt. Die Frage muss auch hier erlaubt sein, warum gibt es überhaupt einen Meßbrief für ein Modell wenn die eingetragenen Daten angezweifelt werden.

Am Nachmittag wurde die IV. WM mit den verschiedenen Reden des stellv. Bürgermeisters der Stadt Rotterdam Herrn F. und des Präsidenten der NAVIGA Herrn M. F. eröffnet. Zuvor jedoch wurden die Eide der Schiedsrichter und der Sportler abgelegt.

Die Bauprüfungen der Kl. - F 2c / F 2b J/S begann am Montag. Nach Bendigung der Bauprüfung erfolgte jeweils sofort die offene Wertung. Unser E. F. übernahm sofort mit 93,33 Baupkt. in der Kl. - F 2c - vor dem Bulgaren M. mit 93 Pkt. die Führung. Jeder, der den Erwin kennt, weiß, wie sicher er fährt. Für uns also klar, eine sichere Medaille. Erwin gewann auch prompt den WM-Titel. Die übrigen Platzierungen sieht man in den beigefügten Listen. Leider fehlten hier in dieser Kl. die 2 angekündigten Chinesen. Zum Glück, waren doch durch die Wasserverhältnisse auch so schon einige Schwierigkeiten vorhanden. Diese Schwierigkeiten zeigten sich ja auch prompt im ersten Lauf beim Erwin. Ganze 93 Fahrpkt. bedeuteten zwar noch die Spitze, jedoch für ihn eine Fiasko. Sämtliche Dockmanöver gingen durch den starken Wind daneben. Nicht ein einziger der Teilnehmer erreichte im ersten Lauf die begehrten 100 Fahrpkt.

Im 2. Lauf der Kl. Am 8.08. wurden jetzt endlich von E. F. und W. S. 100 und von G. R. 98 Fahrpkt. erreicht. Jetzt hatten wir in dieser Kl. den ersten und zweiten Platz, sowie von G. R. auch noch einen 5. Platz erringen können. Leider blieben von den gemeldeten 14 Modellen dieser Kl. am Ende nur 11 Schiffe übrig.




Kl. - F 2 b - "BIN HAI  511" 1:50 v. Yu Ming Wei (TJ)

Am Montagnachmittag erfolgte in der Kl. - F 2b - meine Bauwertung. Da ich ja schon in den Tagen zuvor die chinesischen Modelle zu Gesicht bekam, war ich am Ende auch nicht bei der offenen Wertung von meinen Baupkt. 93,33 für meine S.A. VAN DER STEL enttäuscht. Die Chinesen lagen mit 96 und 95,33 Baupkt. vor mir. Bekanntlich wird jedoch am Ende eines Wettbewerbs erst abgerechnet. Die übrigen Wertungen s. Liste. Am gleichen Tage stellte ja auch noch die Junioren ihre Modelle der Kl. - F 2b - vor. In dieser Kl. übernahm der bulgarische Teilnehmer Gantscho G. mit einem Vermessungsschiff und 88,33 Baupkt. die Führung. Selbstverständlich für unsere Jugend noch kein Grund, sich aufzugeben. Leider ist in dieser Kl. nur allzu deutlich die Handschrift der Väter zu erkennen! Hier wird mit dem Jugendlichen, der sein Modell wirklich selber baut, erheblich Schindluder betrieben. Der 1. Lauf in dieser Kl. brachte auch hier keine Entscheidung, fuhren doch nur die in der Bauprüfung hoffnungslos Abgeschlagenen einigermaßen Punkte zusammen. Warum die Bauprüfer speziell mit den Baukastenmodellen der Jugendlichen so erbarmungslos umgingen, entzieht sich meiner  Kenntnis.

Der 2. Lauf am 9.08. brachte die Entscheidung. Alexander K. fuhr mit seinem Modell „HERCULES“ volle 100 Pkt. und war Dank dieser Fahrleistung Weltmeister der Junioren - F 2b -, gefolgt von 2 Bulgaren. Sven G. und Peer H. belegten die Plätze 4 und 5.

Dienstag den 6.08., mussten die Jun. - F 2a - ihre Boote der Jury vorführen. In dieser Kl. lässt Martin O. aus Wendlingen für die Zukunft einiges erwarten. Sein gut gebauter Schlepper „PLANET“ im Maßstab 1:100, erzielte die höchste Bauwertung mit 91,67 Baupkt. Der Bulgare Kamen G. folgte mit geringem Abstand. Der 1. Lauf dieser Kl. brachte jetzt auch sofort eine Vorentscheidung. K. G. fuhr auf Anhieb 100 Pkt. und ließ sich auch nicht mehr vom ersten Platz verdrängen. Immerhin konnten M O., S. G. und D. K. in dieser Kl. die Plätze 2-4  belegen, eine recht stolze Leistung unserer Jugendlichen.



Kl. - F 2 b - "HU JIU LAO No 3" 1:75 v. Chang Zhang (TJ) nach dem Stechen auf den 4. Platz abgerutscht

Am gleichen Tag begann auch endlich der Fahrwettbewerb in der Kl. - F 2b -. Nicht ein Teilnehmer der sonst so sicheren Fahrer, konnte an diesem Tage einen  100er Lauf erzielen. Selbst die Chinesen, sonst mit die sichersten Fahrer, hatten total versiebt. Yu Ming Wei fuhr 92 und Chang Zhang gar nur 88 Pkt. Wei wurde obendrein noch am oberen Tor 6 Pkt. aberkannt, da er entgegen der Regel offensichtlich sogar vor dem Tor Rückwärts fuhr. Sagt doch die Regel, es muss vor jedem Tor eine sichtbare Vorausfahrt erkennbar sein. Hier wurden das 1. x  die seit Jahren bekannten Regeln - leider nie angewendet - angewendet. Gerade auf den  letzten WM`s in Magdeburg und Stara Zagora, hatten einige gegen die Regel verstoßen. Mir selbst glückten auch nur 94 Fahrpkt. Diese wenigen Pkt. langten jedoch dank der hohen Bauwertung, für den 1. Platz. Von der Gesamtwertung her hatte ich jetzt schon einen sicheren Medaillenplatz.

Der 2. Lauf am 8.08. brachte dann endlich für uns in dieser Kl. die Entscheidung. Bei mir stellte ich im Vorwege doch eine gewisse Nervosität fest, war mir doch klar, dass die Chinesen unter Druck - und das wahren sie jetzt - häufig nicht mehr allzu sicher fahren. C. Zhang fing mit dem 2. Durchgang an, verfehlte am oberen Tor und stieß beim Dockmanöver an (- 11 Pkt.). Der 2. Platz war mir jetzt schon sicher, mehr als ich in dieser Kl. jemals erreicht hatte ! Unser Neuling in dieser Kl. E. T., fuhr als Nächster 100 Pkt. und stand jetzt schon im Stechen um den 3. Platz gegen den Chinesen C. Zhang. Nach einigen anderen Fahrern durfte ich jetzt endlich zu meinem alles entscheidenen 2. Lauf antreten. Ich fuhr 100 Pkt. und wie mir mein Starthelfer Dirk H. später sagte; auch am oberen Tor fast perfekt in der Mitte durch. Nach mir kam der noch amtierende Weltmeister Yu Ming Wei auf den Kurs. Er zeigte auf einmal eine sehr große Nervosität, fuhr am oberen Tor prompt einmal vorbei und tickte noch einmal von innen an. Auch in diesem 2. Lauf für ihn nur 92 Fahrpkt. das hieß, Weltmeistertitel 1985 für mich mit der „S.A. VAN DER STEL“ in der Kl.- F 2b - Nicht nur ich war im ersten Moment sprachlos, doch dann  großer Jubel und ehrliche Freude bei meinem Anhang. Auch die sog. Verlierer Wei und Zhang, freuten sich zu meinem Titelgewinn. Der Krimi in dieser Kl. war noch nicht zu Ende. Zwar verpasste J. Mierau durch einen unglücklichen 2. Lauf die Chance auf das Treppchen zu kommen, aber wir hatten ja noch E. T.. Der ließ sich diese Chance im Stechen um den 3. Platz nicht entgegen, legte 98 Pkt. vor und  da der Chinese C. Zhang nur 94 Pkt. erreichte, hatten wir jetzt sogar noch einen 3. Medaillenplatz in dieser Kl. Vielleicht hatte aber auch die Standpauke unseres Mannschaftsleiters Heinz-Hermann K. bei uns den nötigen Ehrgeiz geweckt, denn wer lässt sich schon gerne sagen; ihr seit wie die blutigen Anfänger und besengte S... gefahren! Ich fand eine richtige Predigt zur rechten Zeit war auch angebracht! Die Siegerehrung war für mich jetzt, wo ich ganz oben auf dem Treppchen stand, ein ganz anderes Gefühl. Hatte ich doch 3 Anläufe ( 2x den 3. Platz) benötigt, um endlich auf den von mir zum Ziel gesetzten 1. Platz zu kommen. Während der Siegerehrung und dem Abspielen der deutschen Nationalhymne, gingen mir doch diese Stationen noch einmal durch den Kopf.

Da ich am 6.08. zur Bauwertung meiner „STAHLECK“ in der Kl. - F 2a - nicht anwesend sein konnte ( ich fuhr gerade in der Kl. - F 2b -), vertrat mich mein Clubkollege R. H.. Wie ich im Nachhinein hörte, recht erfolgreich. Auch in dieser Kl. war die große Frage, wie groß wird der Abstand zum Chinesen Haiqing Liu. Er trat in dieser Kl. mit einem phantastischen chin. Fischheckfänger 1:75 an. Auf dieser WM stellten die Chinesen perfekt gebaute und lackierte Modelle vor. Von Seiten der Chinesen wird jetzt allerdings auch ganz offen zugegeben, dass ihre Modelle Mannschaftsmodelle sind  und in sog. Modellbauschulen (Universitäten) gebaut werden ! Wie erwartet, bekam das Fischfangschiff auch 97 Baupkt. Meine „STAHLECK“ folgte auf dem 2. Platz mit 94,67 Baupkt. Meine beiden Mitstreiten aus Köln, K. P. mit der „BUGSIER 4“ und die „HALNY“ vom T. O. folgten mit 92 und 90,33 Baupkt. Da, aus welchen Gründen auch immer, die russischen und DDR-Teilnehmer nicht am Start waren, war die Konkurrenz nicht ganz so stark wie sonst. Sicherlich wäre sonst die eine oder andere Entscheidung am Ende der Läufe anders verlaufen! Die beigefügten Tabellen sagen eigentlich mehr aus.


Noch zufriedene Gesichter v. den anstehenden Läufen


Kl. -F 2a- o./r. DONG FANG HAO 1:75 v. Haiqing Liu (TJ)



Am 8.08. erfolgte auch in dieser Kl. - F 2a - der 1. Lauf. Da H. Liu sofort im 1. Lauf 100 Pkt. erreichte, war der 1. Platz vergeben. K. Pl. fuhr 98 und alle übrigen Favoriten zwischen 94 und 96  Fahrpkt. Auch der 2. Lauf am 10.08. brachte hier keine Gesamtplatzveränderung. Liu und K. Pl. fuhren 100 Pkt., ich leider nur 94 und damit hinter K. Pl. auf dem 3 Platz.  Aus meiner Sicht noch einmal ein großer Erfolg, denn immerhin nahm die „STAHLECK“ von 1979 - 1985 zum 4. x an einer WM teil. Auch die Platzierungen des Modells auf den WM  konnten sich sehen lassen sind doch immerhin die Plätze 1979 - 4., 1981 - 3., 1983 - 2. und jetzt noch einmal der 3. Platz erreicht worden.

Auch an dieser Stelle noch einmal ein gutes Wort für die Bauprüfer. Hatten sich bei einigen WM`s vor Rotterdam die Bauprüfer nicht die magischen 95 Baupkt. getraut, sah man hier einen ganz offensichtlichen Wandel ! Das die Arbeit der armen Herren bestimmt nicht leicht war, konnte man an der großen Sorgfalt und ihrer großen Mühe während der Bauprüfungen erkennen. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere Bauprüfer sogar nachts von den Modellen noch träumte. Ein ganz großes Dankeschön möchte ich allerdings dem Startstellenleiter Hans G. aussprechen ! Er zeigte eine konstante Leistung, traf seine Entscheidungen sehr sachlich und konsequent obwohl sein Amt nicht immer leicht war. Der  Mannschaftsleiter H-H. K. war mal wieder eine glückliche Entscheidung des „nauticus“. Ich denke, er hat seine Arbeit gründlich gemacht, sollte jedoch gewisse Emotionen  gegen Personen unterlassen. Die dort anwesende Frau K. hatte während des Wettbewerbs in Rotterdam bestimmt nicht allzu viel vom gesetzlich verordnetem Glück. Das herzliche Dankeschön an alle stillen Helfer im Hintergrund einer jeden Veranstaltung, sollte genau so wenig vergessen werden wie an der Spitze G. Govert M., der diese emense Arbeit zu koordinieren hatte.

Für mich bleibt nur noch festzustellen, es war eine gelungene WM, es hat mich doch den einen oder anderen Bekannten oder gar Freund im Modellbau etwas näher gebracht. Das ist, finde ich, eigentlich wertvoller als so manche Medaille! Leider hatte sich, wie üblich nach einer WM, noch kein neuer Ausrichter für die  nächste WM - 1987 - gefunden.

 H-Jürgen Mottschall


C-WELTWETTBEWERB in RASTATT 25.-31.05.1985

 

Nach Jablonec und Lüttich fand die C-Weltmeisterschaft diesmal in Rastatt statt. Im Gegensatz zu Lüttich hatten sich hier nur knapp 200 Modelle in den einzelnen Klassen der Wertung gestellt. Das Ganze fand statt in einer Eissporthalle, selbstverständlich ohne Eisbelag. Diese Halle wurde dem ausrichtenden Club zur Verfügung gestellt, natürlich nicht kostenlos. Von den Räumlichkeiten her war das eine einmalige Anlage, da alle Modelle entsprechend großzügig aufgestellt werden konnten. Für die Teilnehmer standen Schließfächer zur Verfügung, wo das persönliche Gepäck untergebracht werden konnte. Daneben war der Tresen für Bier, Wurst, Kaffee sowie eine Cafeteria aufgebaut.

Die Registrierung fand am Freitag den ganzen Tag über statt und wurde erst abends um 21 geschlossen. So konnte der Wettbewerb am Sonnabend beginnen. Die feierliche Eröffnung war in der gegenüberliegenden Schule in Anwesenheit der Rastatter Honoratioren sowie der führenden Herren des "nauticus' mit den Hauptschiedsrichtern, Schiedsrichtern und was da alles so dranhängt.

Nach den üblichen Reden begann der Wettbewerb gegen 10 Uhr mit der Bauwertung der Klassen C3 und C4. C3 war mit insgesamt 48 Modellen bestückt, C4 mit 29. Die Bauprüfkommision der C1/C3 bestand aus den Herren E. (DDR), F. (Belgien), Li Yuging (VR China), L. (Polen) und M. (BRD), C2/C4 werteten die Herren S. (Frankreich), van den B. (Niederlande), W. (DDR), K. (Bulgarien) und M. (BRD).

Die Klasse C3, in der ich mit meinem Schwergutmast antrat, hat sich seit Lüttich stark verbessert. Hier traten, wie schon bei den anderen Welt-Wettbewerben, die Chinesen verstärkt auf. Sämtliche Modelle der Chinesen wurden als sog. Mannschaftsmodelle aufgeführt mit dem besonderen Hinweis, dass der Großteil von Lehrern bzw. Modellbauern der Modellbauschulen in China erbaut wurden. Die Bauprüfer gaben sich meiner Meinung nach wesentlich mehr Mühe als in Lüttich. verglichen die Pläne mit dem Modell und rangen wirklich um die Punkte. Allerdings gab es dann bei der offenen Bauwertung doch tatsächlich hin und wieder 6, 7 oder gar 8 Punkte Differenz zwischen den Bauprüfern. Insgesamt waren die Leistungen jedoch recht einhellig und konstant.

I. L. des Dienstag fing die Wertung für C1 und C2 an, in denen wir Hamburger, Dirk H. und ich, mit drei Schiffen vertreten waren, Dirk mit der "BORRE" und ich mit der "SYDNEY" "EXPRESS" und der "STAHLECK". C1 war mit 57, C2 mit 52 Modellen bestückt. Auch hier erbrachten die Bauprüfer wieder große Leistungen, vor allem wenn man die unterschiedlichen Schiffstypen berücksichtigt: Maßstäbe von 1 : 10 bis 1 : 250, vom kleinsten Ruderboot bis hin zum riesig großen Viermaster, aufgetakelt und nicht aufgetakelt. Am Donnerstagabend war dann endlich offene Wertung für C1/C2. Wir Hamburger haben dabei recht gut abgeschnitten: 2., 7. und 8.Platz, "selbstverständlich" alle im Goldrang, d.h. über 90 Punkte. Vor und zwischen uns Chinesen, hinter uns Italiener und Franzosen. Sicherlich war der eine oder der andere mit der erreichten Punktzahl nicht zufrieden, aber wir können nicht meckern! Auch hier ist steigende Qualität zu verzeichnen. Modelle, die noch vor Jahren ganz vorn lagen, sind jetzt einige Plätze tiefer wieder zu finden.

In die ganze Freude mischen sich jedoch auch etliche Wermutstropfen. Durch neue NAVIGA-Regeln dürfen einige Spitzenmodelle, die auf solchen Wettbewerben ganz vorne mitmarschiert sind, nicht wieder starten. Selbstverständlich war davon auch der eine oder andere Kollege enttäuscht. Sich einzureden, mal ein gutes Modell gebaut zu haben, reicht nicht. Man muss neue Modelle mit möglichst noch höherem Standard bringen - oder abtreten!

Am Freitagmorgen war dann die offizielle Siegerehrung, eine ganz festliche Sache. Nach den unvermeidlichen Reden wurden Urkunden und Medaillen vergeben, und ich konnte mich wieder einmal riesig freuen, noch einmal in dieser hohen Leistungsstufe aufgetreten zu sein. Auch für unseren Dirk Hamann, und das war mir eine besondere Freude, hat sich diese WM gelohnt. Er hat sich wacker geschlagen und ebenfalls Gold gewonnen.

Noch einmal ein Dankeschön an den Ausrichter, an der Spitze Kurt H. mit seiner gesamten Truppe. Ein Dankeschön an alle Mitarbeiter, die eine gewaltige Arbeitsleistung im Hintergrund vollbracht haben!


H.-Jürgen Mottschall

- C - Weltwettbewerb im Schiffsmodellbau in Liege (Belgien) 14.-21.08.1983 -

Nach Jablonec (CSSR) vor zwei Jahren, fand die II. WM der Standklassen in Liege (Lüttich) im Palais de Congres statt. Ausrichter war der „Liege Marine Club“.

Am Sonntag den 14.08. fanden sich nach und nach die ersten Teilnehmer im Palais ein, wo auch sofort reibungslos die Registrierung und Anmeldung der Teilnehmer und Modelle durch unseren Mannschaftsführer Friedrich Heßmer erfolgte. Insgesamt gingen 210 Modelle in den - C 1 - bis - C 4 - Klassen an den Start. Die deutsche Mannschaft stellte auch hier wieder einmal das stärkste Kontingent. 

Am Montag Vormittag fand die offizielle Eröffnung der II. C-WM mit dem Einzug der Nationen statt. Nach dem Aufziehen der NAVIGA-Fahne und der Vereidigung sämtlicher Bauprüfer, konnte endlich der eigentliche Wettbewerb beginnen. Nach Bekanntgabe der beiden Bauprüfkommissionen stellte sich heraus, dass kein westdeutscher Bauprüfer  in den Bauprüfkommissionen eingebunden war. Etwas merkwürdig war es für uns auch  zu hören, dass Edmund E. (nauticus - Präsident)  vom   belgischen  Veranstalter abgelehnt wurde.

Die Kommissionen setzten sich wie folgt zusammen: 

  • - C 1 - und - C 3 -  Leiter  - Rudolf  E. DDR,  Vsevold R. Rumänien, Robert G. Belgien,  Jean Claude B. Frankreich, Eduardo G. Italien.
  • - C 2 - und - C 4 -  Leiter - Alexis S. Frankreich, Istvan B.Ungarn, Yuging L, China, Lèon B. Belgien,  Georgi M. Bulgarien

Die jeweils Erstgenannten jeder Kommission hatten schon  international gewertet, alle übrigen waren Neulinge. Speziell die Ergebnisse der - C 3 - spiegelten die verschiedenen Auffassungen der Prüfer über Modellbau recht deutlich wieder. Unterschiede von bis zu 10 Pkt. waren hier am Dienstag Abend bei der offenen Bauwertung normal. Wir, die Teilnehmer, bezeichneten die Wertungen als einzigen Skandal ! Besonders krass fielen die Wertungen des italienischen Bauprüfers aus, wobei er allerdings nie vergaß, die eigenen Landsleute in den Himmel zu werten. Herr G. aus Belgien fiel  1979 in Duisburg als Startstellenleiter schon sehr unangenehm auf, hier, auf dieser Meisterschaft, zeichnete er sich jedoch als absoluter Laie des Modellbaus richtiggehend aus.

Das die Klasse - C 3 - sehr schwer zu werten ist, haben die  Fachleute längst begriffen. Gerade hier treffen immer wieder die verschiedenen Maßstäbe von 1:10 bis 1:1000 zusammen. Wobei auch noch die historischen- neuzeitlichen Schiffe sowie Fragmente von Dockanlagen und Kanonen sowie szenarischen Zusammenstellungen aufeinander treffen.  Gerade hier haben sich etliche Neumodelle gezeigt.



Bel. Schlepper leider ohne Farbanstrich


Die Wünschmann-Fl. wird v. d. Chinesen u. Lupe gen.


Helmut Thomas bekam mit seiner Dockanlage 92,33 Pkt., Walter P. für seine  beiden Modelle 90,67 und 86 Pkt.. Siegfried V. mit  seiner  „SAN FELIPE“ schaffte gerade noch 72,33 Pkt. Dirk H. bekam für die Lukensektion 77,67 Pkt. und ich selbst für meinen Schwergutmast noch gerade 78,33 Baupkt..

In der - C 4 -  startete nach einigen Jahren der Abstinenz, wieder M. W. mit seiner japanischen Flotte im Maßstab 1.1 200. Wie in den Jahren zuvor, traf er wieder auf den polnischen Modellbauer Jacek D. M. W. belegte in dieser Klasse die ersten  3 Plätze. Die Punkte wurden folgendermaßen vergeben: Schlachtschiff „YAMATO“  95, für den schweren Kreuzer „NACHI“ 93,33 und für den Flugzeugträger  „JUNYO“ 93 Pkt. Herr Alfred A. bekam  für seine 3 historischen  Modelle  1:1 250 72,67, 72 und 71 Baupunkte.

Kl. - C 4 - "YAMATO" 1:1250 v. M. Wünschmann (D)


Kl. - C 4 - "NACHI" 1:1250 v. M. Wünschmann (D)


Beim Betrachter der Modelle sollte man sich immer wieder vor Augen führen, dass diese Modelle kleiner als im Maßstab 1:1 000 gebaut sind. Gerade dieser Wettbewerb wurde mit etlichen Schiffchen dieses Maßstabes beschickt.  Obwohl diese Modelle oft mit bloßem Auge nur schwer  im Detail zu erkennen sind, habe ich hier etliche Stunden beim Betrachten dieser Modelle zugebracht. Diese  Bauprüfkommission ließ allerdings auch für die - C 2 - Gutes erhoffen. Hier waren die abgegebenen Wertungen von sehr gut bis gut. Allerdings muss auch hier gefragt werden, ob die Höchstwertung von 100 Pkt. nicht endlich vertretbar gewesen  wäre. Ich denke , eine WM wäre der geeignete Wettbewerb. Insgesamt  starteten 28 Modelle dieser Güte in dieser Klasse. Die  - C 2 -, in der ich mit der „STAHLECK“ und  S.A. VAN DER STEL“ startete, war mit 73 Teilnehmern die stärkste Klasse. Hier war auch von der Qualität das stärkste und höchste  Angebot. Angefangen mit dem englischen Schlachtschiff „VANGARD“ 1:96 vom Schotten Alex Mac F. in 7 Jahren erbaut. Das Schiff, mit einer Gesamtlänge von 2,60 mtr, erdrückte schon fast durch seine Gewaltigkeit. Das Geleitschiff „RD 42“ 1:25 vom Italiener Pierluigi B. hatte ich im ersten Moment fast übersehen, da es auch ziemlich abseits stand. Beim näheren Hinsehen erkannte ich die wunderbare Modellarbeit, wie die gesamten Nieten auf den Plattengängen der Außenhaut und der Feinarbeit an den Kanonen. Die Lackierung an diesem Modell war noch einmal ein Höhepunkt dieser komplexen  Leistung. Unverständlich bleibt auch hier für alle Fachleute das zu gute Abschneiden der chinesischen Modelle. Diese Modelle haben zwar  ein sehr gutes Finisch, geht man jedoch ins Detail, stellt man fest, daß sehr viele Einzelteile, wie Winden, Ankergeschirr, Rettungsboote und Rettungseinrichtungen unter Niveau liegen. Ganz krass traten diese Negativposten an dem Modell „XIANGHONG 10“ Maßstab 1:75 des Chinesen Tianzhien Li hervor. Die Verbeugung der Bauprüfer vor den ach so weit angereisten chinesischen Modellbauer wird ja allmählich schon peinlich. Vielleicht wird uns im umgekehrtem Fall -sollten wir einmal nach China fahren- auch die zurückgelegte Strecke nach Punkten  zugerechnet, persönlich glaube ich das nicht ! In dieser  - C 2 - treten auch jedes mal kleinere Modelle, d. h. unter einem Meter an. Besonders fiel hier das aus der DDR kommende Spezial-Schwergutschiff „BROCKEN“ im  Maßstab 1:100 von Manfred Z. auf. Der Zerstörer „LENIN“ im gleichen Maßstab von Arnold P. aus der DDR gebaut, war schon in Bulgarien in der  - F 2a - mein stärkster Konkurrent der „STAHLECK“. Auf der „LENIN“ stachen besonders die Grätings im Bereich der Brücke und die Detaillierung der Kanonen hervor. Speziell in dieser Klasse haben es immer wieder die kleineren Modelle sehr schwer, einen der vorderen Plätze zu erreichen. Hin und wieder jedoch gelingt durch exakte Bauausführung oder die Besonderheit des Modells solch ein Ergebnis. Meine „STAHLECK“ und der Schlepper „GARANT“, beide mit 90,67 Pkt., sind die besten Beispiele.  Wenn man jedoch die Relation der Punkte zur „S.A. VAN DER STEL“, die nur 91 Pkt . bekam sieht, stellt man fest, irgend etwas kann nicht stimmen. Die übrigen Ergebnisse sind aus der Liste zu entnehmen. Das eine Bauwertung nicht immer für alle Beteiligten die gewünschten und erträumten Ergebnisse bringen kann, liegt auf der Hand, wie sich jedoch H-J. B. aus Lübeck nach Bekanntgabe seiner  berechtigten 87 Baupunkte  für sein Modell „HERMES SCAN“ aufführte, spottete jeder Beschreibung.  Hier konnten der anwesende nauticus-Präsident und andere Nationen sehen, warum wir, der SMC-Hamburg, uns von diesem Modellbauer nach ähnlichen Vorkommnissen 1978 trennten. Das Schlimme war nur, er hat nicht nur sich, sondern vor allen Dingen dem nauticus sehr geschadet. Persönlich hoffe ich, für die Zukunft von solchen Teilnehmern verschont zu werden, national wie international! An dieser Stelle möchte ich jedoch das fabelhafte Verhalten und die sehr gute Kameradschaft der  übrigen Mannschaften hervorheben. Wie immer herrscht ja bekanntlich sehr viel Hektik auf solchen Wettbewerben.  Die belgischen Modellbaufreunde des Liege Marine Clubs zeigten uns, den Teilnehmern gegenüber, eine sagenhafte Hilfsbereitschaft !  Auch dafür mein herzliches Dankeschön.



Kl.  - C 1 - 1:30 zwei chi. Modelle

Die - C 1 - mit 55 Modellen, war die zweitstärkste Klasse. Sehr viele Neubauten zu Jablonec waren hier nicht zu verzeichnen. Wie schon gehabt legte Wolfgang Q. aus der  DDR die Meßlatte mit seiner „LE AVENIR“ im Maßstab 1:100 sehr hoch , hier immerhin mit 96,67 Pkt. Leider wurden dadurch nachfolgende Modelle, bis auf ein chinesisches Flußboot, sehr tief gewertet.. Unseren  chinesischen Modellbaufreunden konnte man ihre Zufriedenheit über solch  großartigen Geschenke    - 3 x Gold - anmerken. Vielleicht schreibt  ein selbst Betroffener dieser Klasse etwas über diese Vorkommnisse.  Mir gegenüber  wurde doch ein großer Unmut aus dieser Klasse klargemacht.  Das Festbankett am Sonnabend bildete den Abschluss der II. - C-WM -. Ein Essen mit 7 Gängen und jede Menge italienischen Wein - gestiftet von der italienischen Mannschaft - sorgte hier für die richtige  Stimmung. Ich selbst beendete für mich um 03.00 h das Bankett, da ich am nächsten Morgen um 08.00 h meine Modelle verladen wollte. Gegen 09.30 h, nachdem ich mich von allen  meinen Freunden verabschiedet hatte, fuhr ich  dann in Richtung Hamburg, wo ich dann auch  endlich gegen  14.00 h eintraf. Die nächste - C -WM - soll 1985 in Rastatt stattfinden, oder wie auch gesagt wird, in Baden-Baden. Persönlich würde ich mich freuen, auch dort wieder teilnehmen zu können.

H.-Jürgen Mottschall

III. Motoren-WM in Stara Zagora (Bulgarien) 4.-11.07.83

Am 1.07. Begann für Roland Häusler und mich das Abenteuer Bulgarien. Morgens gegen 08.30 h , nachdem wir die S.A. VAN DER STEL auf dem Dach des PKW und das übrige Gepäck verstaut hatten, ging die Fahrt in Richtung Stuttgart. Gegen 21.00 h wurde dann das Gepäck und die Schiffsmodelle in Stuttgart in den bereitstehenden Reisebus der Firma Zauner verladen. Kurz nach 22.00 h konnte nun das Abenteuer  Bulgarien fortgesetzt  werden.  Während der gesamten Nacht sowie den folgenden Tag waren wir auf der Autobahn und trafen nach dem Passieren  der österreichischen und jugoslawischen Grenze in unserem Übernachtungshotel „Jagidina“  bei Ni`s gegen 22.00 h ein. Nächsten Morgen um 09.00 h  erfolgte die Weiterfahrt, einige Stunden später konnte die bulgarische Grenze problemlos überschritten werden. Endlich, am Abend gegen  22.00 h sahen wir unser Zielort Stara Zagora vor Augen. In der ersten Nacht achteten wir natürlich wegen der großen Müdigkeit nicht auf das „Hotel“, das traf uns am nächsten Tag um so schlimmer ! Wir hatten ein 3-Bett-Zimmer gemietet, wurden aber das Gefühl nicht los, die Abstellkammer bekommen zu haben. Mit Frühstück hatte jeder von uns für diese paar Tage DM 284,-  bezahlt, aber gemeinsames Unglück lässt sich ja bekanntlich leichter ertragen, wir wollten ja auch nach dem anstrengenden Wettkampfgeschehen nur schlafen Am Montag sollte die Registrierung der Modelle erfolgen. Gleich im Vorwege sei hier gesagt; was war das hier bloß für ein Hick-Hack. Hier mussten wir alle unseren Mannschaftsführer Kurt B. sowie seinen Stellvertreter Dieter M. bewundern. Obwohl unser Kurt aus Duisburg schon allerhand gewohnt war, lernte er hier noch gewaltig dazu. Alle Teilnehmer bewunderten seinen verbissenen  Kampfgeist und sein Stehvermögen für unsere Mannschaft. Wurde doch sogar vom bulgarischen Verband behauptet, wir hätten noch nicht unsere Start- und Hotelgebühren bezahlt. Zum Glück hatte  Kurt sämtliche  erforderlichen Unterlagen parat !

 Was wir hier feststellen mussten war einfach, es war nichts organisiert, weder Startkarten noch Meldelisten oder gar die Zuteilung zu den Startklassen war vorhanden ! Dieser gesamte Papierkram wurde jetzt innerhalb der nächsten 2 Tage geschrieben.  Gegen Mittag erfolgte jetzt endlich die Registrierung, wie sonst üblich, aber keine Vermessung der Modelle.  Das hatte seinen Grund darin, dass hier ein total aus dem Winkel hergestelltes Meßgerät  verwendet werden sollte. Der Höhepunkt war allerdings, dass die Schiffsbreite mit einer ca. 10 Kg schweren Schublehre verwendet werden sollte. Hier war das Maß einfach voll, zumal man vorher meine kleine STAHLECK um glatte 20 mm verlängert hatte und das bei Modellen, die schon etliche Male unter anderem sogar elektronisch vermessen waren.


Einmarsch der deutschen Mannschaft


Eröffnungsfeier vor ca. 25 000 Besucher


Endlich, am Dienstag Abend wurde die III. WM-Motoren eröffnet. Vor dem Stadion formierten sich die insgesamt 17 angetretenen  Nationalmannschaften und marschierten in alphabetischer Reihenfolge in das mit ca. 40 000 Zuschauern besuchte Stadion ein. Was für ein Erlebnis !  Unserer Mannschaft wurde zugejubelt als wären wir die eigene  bulgarische Mannschaft. Nach dem Einmarsch und der Aufstellung der Mannschaften im Stadion, erfolgten die üblichen Reden, vom NAVIGA-Präsidenten Maurice F. angefangen bis zum Bürgermeister der Stadt und wie üblich, den Militärs  der Region. Danach gab es ein sagenhaftes Folkloreprogramm sowie Sport- und Turnvorführungen. Hier lösten sich Gruppen in Stärken  von  weit über hundert Teilnehmern ab. Der Höhepunkt der Veranstaltung war das Zielspringen von 17 Fallschirmspringern, die mit den Nationalflaggen der teilnehmenden Nationen am Fuß, mitten  ins Stadion punktgenau absprangen. Für uns alle eine unvergessliche Show ! Ich denke,  diese gute Stimmung half uns wahrscheinlich auch während der nächsten Tage über so manchen Ärger hinweg.

Kl. - F 2 a - TY-10 1:35 v. Wang Guping TY


Kl. - F 2 a - Amethist 1:50 v. A. Ra. (SU)


Am Mittwoch begann  der Ernst des Wettkampfes, ab 14.00 h sollte die Bauprüfung in den Klassen      - F 2a - / F 2b - erfolgen. Auf einem  ca. 6 mtr. langen Tisch  wurden alle  16 Schiffsmodelle nebeneinander aufgebaut und die Erbauer des Raumes verwiesen. Durch die gläserne Trennwand erlebten wir - die Erbauer - wie gewertet wurde. Ganze 2 mal sahen wir jetzt wie 2 Bauprüfer den Versuch unternahmen, sich die Bauunterlagen anzusehen. Nach  2½ Stunden wurde die offene Bauwertung   vorgenommen. 10 Punkte Unterschied zwischen den einzelnen Bauprüfern waren Gang und Gebe (siehe Ergebnislisten). Der Abstand vom 1. Modell bis zu meinem Modell STAHLECK, das auf den 5. Platz der Bauwertung kam, betrug nur einen Punkt. Meine höchste Bauwertung war 94 Pkt., gefolgt von 3 X 92 Pkt., wobei mir immerhin noch der bulgarische Bauprüfer T.  85 Pkt. zugestanden.  Ich hatte das Gefühl, es war entweder ein Gag oder ganz einfach nur Dummheit ! Mein Trost war jedenfalls immer noch der Fahrwettbewerb, wie es sich am Ende noch zeigen sollte, zu recht. Wie in allen übrigen Klassen dieser WM, wurde auch hier wieder sehr niedrig gewertet. Die Höchstwertung aller  - F 2 - Klassen betrug gerade 93,67 Pkt. Obwohl auf dieser WM selbst von den Bauprüfern immer wieder gesagt wurde, es hätte vom Schiffbaulichen her eine Leistungsexplosion  stattgefunden. Speziell in der  - F 2a - / F 2b - Klasse, muss man sich doch fragen; wann endlich mehr Baupunkte vergeben werden sollen ? Am Donnerstag gegen 14.00 h ging der Fahrwettbewerb der Klasse - F 2a - los. Hier zeigte sich dann, dass die guten Modellbauer obendrein auch noch sehr sicher und exakt fuhren. Für die Zukunft könnte also durchaus das sichere Fahren - mindestens 98 Pkt. - ausschlaggebend sein. Im ersten Durchgang belegte ich mit 94 Fahrpkt. den 5. Platz. Am nächsten Tag im 2. Durchgang, konnte ich mich jedoch mit 100 Fahrpkt. auf dem 2. Platz in der Endabrechnung festsetzen. Der Abstand zum chinesischen Sieger Guping Wang betrug nur einen Punkt, meine bisher beste Plazierung auf einer WM-Motoren. Der ehemalige amtierende Weltmeister T. O. aus Köln belegte mit seiner HALNY leider nur den 6. Platz. J. M. auch aus Köln kam auf den 10., während D. M. aus Oberhausen gar nur den 13. Platz belegen konnte.

In der - F 2b - Klasse lag ich mit meiner S.A. VAN DER STEL nach der Bauwertung mit einem Abstand von 0,67 Baupunkten zum Ersten, auf dem 3. Platz. Fuhr ich im 1. Durchgang nur 98 Fahrpkt., erreichte  ich dann endlich im 2. Durchgang noch die max. 100 Pkt. Hier hatte ich schon nach dem 1. Lauf den 3. Platz sicher. Leider konnte ich mich mit dem 2. guten Lauf nicht weiter verbessern, da meine beiden vor mir liegenden Mitstreiter gleich volle Punkte fuhren. Um den 1. + 2. Platz zu ermitteln, waren jetzt 2 Stechen erforderlich um letztendlich den Sieger Yuming Wei - den alten Titelträger - wieder auf den 1. Platz zu bekommen. In dieser Klasse belegten Jürgen M. und Werner T. gemeinsam, nach hervorragenden 100er und 98er Läufen, den 7. Platz.

Kl. - F 2 b - TJ - 09 1:50 v. Yu-ming Wei (TY)


Kl. -F 6- Containersch. 1:50 ca. 570 cm /140 Kg



In der - F 2c - Klasse fuhr unser Erwin F. einen sicheren 100-Punkte-Lauf und verteidigte somit erfolgreich vor Bernd Vogel aus der DDR und Wolfgang S. seinen MW-Titel. Günter Rudolf konnte leider in dieser Klassen nur den 6. Platz belegen.

Ein Festbankett bildete den Abschluß der III. WM in Bulgarien. Das Festbankett musste selbst bezahlt werden, Nachmeldungen dazu kosteten 20 Dollar! Es war zwar teuer, hatte sich aber trotzdem gelohnt.

Am Montag den 12.07. Wurde die Heimfahrt angetreten. Wie gehabt mit Zwischenstation bei Ni`s, Mittwoch Morgen gegen 07.00 h trafen wir dann endlich wieder in Stuttgart ein. Selbstverständlich ließ es sich unser nauticus - Präsident Edmund Ebert nicht nehmen, uns zu begrüßen, zu gratulieren und nach hause zu verabschieden, ich fand, eine tolle Geste ! Die restlichen 700 Kilometer bis nach Hamburg legten wir wieder mit meinem Wagen zurück. Insgesamt legten wir Hamburger - R. Häusler und ich - 5 500 Kilometer zurück, in der vagen Hoffnung, mit aufs Treppchen zu kommen. Mit großer Sicherheit kann ich sagen, freiwillig hat keiner für mich diesen Platz geräumt! An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die gute Kameradschaft der Teilnehmer, insbesondere an den Mannschaftskapitän K. B. und meinem Starthelfer R. Häusler. Auch wenn die Strapazen nicht ohne waren, würde ich sofort noch einmal losfahren.

H.-Jürgen Mottschall

II. Motoren-Weltmeisterschaft 17.-23.08.1981 in Magdeburg - DDR-

Den Wagen vollgepackt, traf ich am 17.08. am Grenzübergang Marienborn-Helmstedt ein und konnte innerhalb weniger Minuten, nachdem die üblichen Grenzformalitäten erledigt waren, in Richtung Magdeburg weiterfahren. Nach insgesamt 280 Km. traf ich dann endlich gegen 12.00 Uhr am Adolf-Mittag-See ein und wurde hier gleich von einer überwältigenden Organisation in Empfang genommen. Innerhalb einer Stunde war ich fotografiert und angemeldet und wenig später die Modelle vermessen.

Transport der S.A. VAN DER STEL


Überg. der NAVIGA-Fahne an den Ausrichter der DDR



 

Natürlich waren die meisten Teilnehmer der BRD schon einen Tag früher eingetroffen und wie üblich, gab es das große Hallo bei der Begrüßung der alten Bekannten.

Die Unterkunft war eine Internatsschule, die gerade Ferien hatte. Am Mittwoch um 09.00 h fand die Eröffnungszeremonie vor der Stadthalle statt. Musikkapelle war genauso vorhanden wie die Ehrentribüne. Mit 6 Mann aus dem BRD-Team übergaben wir die offizielle Navigafahne an den Schiffsmodellsport-Club der DDR. Der Einzug der Teilnehmernationen war wie immer ein farbenprächtiges Bild. Unsere deutsche Flagge wurde von dem noch amtierenden Weltmeister Helmut Thomas aus Köln getragen.

Bei den Eröffnungs- und Festreden wurde zum Erstaunen fast aller Teilnehmer auf einmal von Neutronenbomben gesprochen, dieses gab Anlass zum Protest fast aller westlichen Mannschaftsführer. Unser Mannschaftsführer, der sich am Tag vorher schon recht intensiv um uns bemühte, war wieder einmal Spitze ! Es gab ja wohl nichts, was unser Kurt B. nicht von der WM wusste. Er pendelte wohl ständig zwischen den verschiedenen Startstellen hin und her und war immer zur Stelle, wenn wir ihn brauchten.

Aufstellung der 17 teilnehmenden Nationen


Kl. -F 2 b- Startvorbereitung mit der "VAN DER STEL"


Am Mittwoch morgen um 10.00 h fing die Bauprüfung in der Klasse - F 2a - an. Im Grunde ahnten wir schon als Beteiligte, was jetzt kommen würde. Um 12.30 h wurden dann die Ergebnisse bekannt gegeben. Die höchste Bauwertung mit 93 Baupunkten bekam wieder einmal meine „STAHLECK“, gefolgt von der wunderschön gebauten „HALNY“ des Kölner Modellbauers Theo O. mit 90,67 Baupkt. und dem russischen Modellbauer R. mit 86,67 Baupkt. Für seinen Spezialschlepper „JAGUAR“. Beide Modelle haben für meine Begriffe zu wenig Baupkt. bekommen. Auch hier wurde wie auf allen WM, wieder recht tief gewertet. Nicht nur ich habe mich gefragt, wann die Bauprüfer endlich einmal bereit sind, für die Klassenersten an die 100 Punkte heranzugehen. Offensichtlich werden die Regeln falsch interpretiert ! Persönlich wüsste ich auch gar nicht, was ich um 100 Pkt. zu bekommen, noch alles bauen müsste, die Bauprüfer sagen es mir jedenfalls nicht. Ich glaube, die Herren gehen nur auf Fehlersuche am Modell, anstatt auch das exzellent gebaute Detail zu werten !

Mittags ab 14.00 h wurde dann der erste Fahrwettbewerb begonnen, hier stellte sich wieder einmal heraus, dass alles eine reine Glücks- und Nervensache ist. Ich fuhr leider im ersten Durchgang nur 93 Fahrpunkte und am Freitag im 2. Durchgang das gleiche Ergebnis. Somit hatte ich glücklich den 3. Platz retten können mit einem minimalen Abstand von 0,67 Punkten zum 1. Platz. Erster in dieser Klasse wurde T. Oppenländer mit 96 Fahrpkt. nach einem Stechen mit dem nicht anwesenden R.. Manfred S. aus H.-Misburg belegte hier einen beachtlichen 4. Platz und der vorherige Weltmeister Jürgen M. aus Köln mit seinem Schlepper „WOTAN“ den 8. Platz.

Ab 13.00 h fand inzwischen die Bauprüfung in der Klasse  - F 2b - statt. Auch in dieser Klasse erhielt ich mit meiner „S.A. VAN DER STEL“ zusammen mit dem Rotchinesen Yuming Wei die höchste Bauwertung von 93,33 Baupunkten. Wieder einmal gefolgt vom russischen Kollegen R., der für seinen sauber gebauten Zerstörer 90,67 Baupkt. bekam. Hier kann man schon fast sagen, haben die Bauprüfer gehaust, anders sind diese Ergebnisse nicht zu bewerten !

Vielleicht sollten in Zukunft die Herren Bauprüfer einmal sagen, was wie gebaut werden soll oder muss. Mit solchen Wertungen verjagt man den Modellbauer.  Interessant wäre vielleicht auch, einmal Modelle dieser Herren zu sehen ! Theorie und Praxis würden denn endlich klar zu  Tage treten. Unser Bauprüfer gestand mir sogar; er traute sich nicht, mir für mein Modell mehr als 92 Pkt. zu geben ! Im Übrigen sei auch das neue Wertungssystem schuld, da man nie weiß, was am Ende dabei herauskommt. Ich war doch leicht erstaunt von solch einer Aussage.

Angespannte chi. Beobachter meines ersten Laufes


Startvorbereitung der SONG OF NORWAY v. J. S. (CSSR)


Am Donnerstag fand dann bei strömenden Regen der erste Durchgang für - F 2b - statt. Hier unterlief mir dann der eigene dumme Fehler am Neuner-Tor, vorbei zu fahren, wie ich das geschafft habe, wusste ich auch nicht zu beantworten. Auf jeden Fall fehlten mir im Nachhinein die  9 Punkte. Der Chinese Wei mit seinem Tonnen- und Kabelleger fuhr 94 Punkte und Helmut T. mit seiner „OTTO TREPLIN“ volle 100 Pkt.. Zu meinem Durchgang muss ich sagen; es regnete in Strömen und mit großer Sicherheit hätte man den gewaltigen Regenschauer abwarten können. In jedem anderen Land wäre auch auf den Modellbauer Rücksicht genommen worden, so hatte ich über 3 Stunden zu tun um mein Modell zu trocknen und zu reparieren. Der gesamte Donnerstag war für mich gelaufen.

Am späten Donnerstag Abend wurden noch die Bauergebnisse der Klasse  - F 2c - verkündet. Hier belegte Erwin F. mit 94,67 Baupkt. für seinen Kreuzer „KÖLN“ vor Wolfgang S. mit 93 Pkt. den ersten Platz.

Fachgespräche mit einigen Bauprüfern u. Teilnehmern


- F 2 a - russ. Schlepper AMETHIST v. R. (UDSSR)


Offensichtlich haben die Meckereien gegen die Bauprüfer wohl doch etwas genützt ! Erwin F. machte auch sogleich in seinem ersten Lauf am Freitag Vormittag mit 100 Fahrpkt. vor W. S., der auch 98 Pkt fuhr, seinen Weltmeistertitel perfekt. Das Endergebnis in der Klasse  - F 2c - zeigte dann noch einen guten 4 Platz für unseren Kollegen Günter R..

Am Sonntag fand für mich in der Klasse  - F 2b - der zweite Durchgang statt. Hier fuhr der Rotchinese volle 100 Punkte und ich wieder nur 96. Jetzt musste ein Stechen um den 2 Platz zwischen H. T. und mir herhalten, da wir Dank des guten Laufes von H. Th. punktgleich standen. H. T. gewann dieses Stechen mit einem Punkt mehr. Aber immerhin hatte ich auf einer Weltmeisterschaft noch einmal einen 3. Platz gewonnen. In dieser  Klasse belegten noch die beiden Kollegen Sepp E. den 10. Und Helmut L. den 11 Platz.

Die Siegerehrung fand im Laufe des Nachmittags statt und ich muss sagen, es war für mich ein erhebendes Gefühl, zum zweiten Mal auf dem Medaillentreppchen zu stehen. Gerade die - F - Klassen wurden doch von den Bundesrepublikaner, ganz eindeutig beherrscht.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal die wunderbare Kameradschaft unserer Truppe hervorheben , schade ist, dass H. T. nach diesem Wettbewerb keinen internationalen Wettbewerb mehr fahren wird und somit seine aktive Laufbahn beendet. Gerade er hatte doch viel zur eigentlichen Kameradschaft beigetragen.

Am späten Nachmittag wurde dann endlich die Heimfahrt angetreten und abends gegen 20.00 h traf  ich glücklich mit 2 WM-Medaillen im Gepäck, wieder ein.

H.Jürgen Mottschall

Weltwettbewerb im Schiffsmodellbau Kat „C“  13.-20.09.81 in Jablonec (CSSR)

Nach den  F-Klassen bekam jetzt auch endlich die C-Klasse ihre Weltwettbewerbe. Als ich das erste Mal vom Austragungsort Jablonec hörte, wusste ich nicht, wo dieser Ort liegt. Jetzt werde ich so leicht Jablonec nicht vergessen.

Am Sonnabend den 12.09.81 trafen sich einige Modellbauer schon in Fürth bei Rainer T.. Sonntag den 13.09.81 ging es dann mit einer Karawane von 5 PKW in Richtung Grenzübergang Waidhaus. Ab Mittag war dann auch glücklich der tschechische Zoll passiert, dann konnte endlich die oft abenteuerliche Fahrt in Richtung Jablonec fortgesetzt werden. Nach einem kleinen Fahrtrichtungsfehler in Prag, wurden wir dann vorzüglich von unserer Pfadfinderin Heidi T. in Richtung WM-Austragungsort weitergeleitet. Gegen 20.00 h trafen wir dann glücklich in Jablonec ein. Die zurückgelegten Km auf der tschechischen Strecke werde ich so leicht nicht vergessen.

Nach der Anmeldung mit sämtlichen Formularen und Aufstellung der Modelle fuhren wir jetzt noch ca. 15 Km weiter in den Nebenort Liberec, wo unsere Hotelunterkunft war. Hier wurden wir jetzt schon sehnsüchtig vom Mannschaftsführer Friedrich Heßmer aus Köln erwartet, der uns auch sofort mit den neuesten Informationen zur WM versorgte. Persönlich hatte ich noch einige Schwierigkeiten um, mein Hotelzimmer beziehen zu können. Aber letztendlich wurde auch dieses Problem noch erledigt und um 24.00 h konnte ich endlich ins Bett gehen. 

Im Namen aller deutschen Teilnehmer möchte ich unserem Mannschaftsleiter F. Heßmer ein dickes Lob aussprechen. Offensichtlich passierte weder in Jablonec noch in Liberec nichts, ohne F. H. zu unterrichten.


Die Westdeutsche Mannschaft


- C 1 - L' AVENIER 1:100 von Wolfgang Q. (DDR)


Montags, pünktlich zur  offiziellen Modellregistrierung, waren alle Teilnehmer erschienen. Hier bekamen wir auch schon den ersten Eindruck unserer starken Konkurrenz und haben uns doch ganz schön erschrocken!

Im großen Rathaussaal nahm am Dienstag der erste Bürgermeister der Stadt die feierliche Eröffnung des  I. C - Weltwettbewerbs vor. 

Nach der Vereidigung der Bauprüfer ging es dann gleich zur Sache, sprich Bauwertung der Klassen - C 2 - / - C 3 -. In den Klassen waren 69 Modelle - C 2 - und 47 Modelle - C 3 - angetreten. Wenn ich an die Arbeit der Bauprüfer denke, kann ich nur sagen; der Teilnehmer hat jetzt das bessere Los gezogen, hatten wir doch nur auf die Ergebnisse zu warten.

Kurz nach Mittag waren dann auch wir westdeutschen Teilnehmer mit unserer Bauprüfung dran. Wie es sich gehört, musste ich sofort den Anfang machen. Natürlich ist eine Bauwertung auch für den zu Bewertenden nicht immer einfach, ich hatte jedoch aufgrund meiner guten Unterlagen keine Probleme. Offensichtlich hatte ich mich nach den Mienen der Herren zu urteilen, relativ gut verkauft. Es fällt immer wieder auf, dass die Dokumentation einiger Teilnehmer mehr als bescheiden ist. Der allgemeine Tenor unter den Teilnehmern zur Fachkompetenz der Bauprüfer war so, dass wir ein großes Fachwissen und eine große Sorgfalt bei der Überprüfung der Modelle feststellen konnten. So wie ich, hatten auch die übrigen Teilnehmer von uns ein gutes Gefühl.

Die gegenseitige Hilfe unter den westdeutschen Teamkollegen war hier besonders hervorzuheben. Im Laufe des Wettbewerbs wurde aus unserer Mannschaft ein richtig gutes Team. Gegen 20.00 h war die Stunde der Wahrheit gekommen. Die offene Wertung der Klassen - C 2 -/- C 3 - erfolgte nun endlich. Wider Erwarten bekamen R. T. und ich je 2 Goldmedaillen. G. D. und T. O. je eine Silbermedaille, G. Dürr, K. H. und E. R.   

Die Klasse - C 3 - brachte für mich noch eine Silber- und für O. L. eine Bronzemedaille. Nach diesem Medaillensegen  hatten wir natürlich recht gute Hoffnungen für die übrigen Klassen.



-C 3 - ROYAL SOVEREIGN 1:48 Artur Molle (B) eine über zwölfjährige Modellarbeit

Am Donnerstag kamen dann endlich die Klassen - C 1 - mit 48 Modellen und - C 4 -  mit 24 Modellen zur Wertung. Hier hatten wir noch ganz heiße Eisen im Feuer und siehe da, in der   - C 1 -  bekamen S. Verbeeten und E. B. je einmal Gold. S. V. bekam jetzt noch  2 Silber-  und G. Wicke noch einmal eine Bronzemedaille.

Die  - C 4 -  Kl. brachte für E. B. noch eine Bronzemedaille. Alle Medaillen, die wir hier gewannen, haben wir gegen eine sehr starke  Konkurrenz  gewonnen. Wie lange jeder diesen Anforderungen noch mitmachen will, sollte man sich genau überlegen.

Den Veranstaltern solcher Wettbewerbe hat man mit diesem Wettbewerb schon Maßstäbe gesetzt.. Wenn ich daran denke, dass ständig 4 Busse parat standen, die während der 8 Tage für den Pendelverkehr und den Besichtigungen bereit waren. Das Rahmenprogramm mit den Besichtigungen in den Bleikristallfirmen und der Ausflug nach Prag war natürlich eine sehr gute Auflockerung  des Wettbewerbs. Wir, die Teilnehmer, konnten nur feststellen, dass hier eine perfekte Organisation tätig war, die selbst für die jeweiligen Dolmetscher gesorgt hatte. Wir hatten ja immer unsere Helena. 

Kl. - C 1 - SAN FILIPE 1:100 v. N. S. (BG) Bauzeit ca. 6 000 Hobbystunden

Das am Sonnabend die Siegerehrung im Rathaus unter Leitung des Bürgermeisters stattfand, muss nicht besonders erwähnt werden. Was besonders auffiel, war die große Herzlichkeit, die uns entgegen gebracht wurde. Das speziell ich mich zu den gewonnenen Medaillen freute, ist hoffe ich, nachvollziehbar.

Am Abend ging es dann zum Festbankett. Dass man, bevor man das kalte Büfett erreichte, erst einen Begrüßungsdrink bekam, war auch hier wieder selbstverständlich. Kaum saßen wir, gab es schon wieder Abendessen, dazu natürlich einen guten Wein. Eine sehr gute Kapelle sorgte für die musikalische  Untermalung des Abends. Im Laufe des Abends erlebten wir noch eine gewaltige Überraschung. Die 3 Klassenersten bekamen hier jeder eine handgeschliffene Bleikristallvase.  Das sich meine Frau darüber besonders freute, ist wohl selbstverständlich. Auf dem Höhepunkt der Stimmung wurde die Rückfahrt in das Hotel angetreten. Alle Teilnehmer waren sich einig, diese WM hat auch hier wieder Maßstäbe gesetzt. Vor allen Dingen wegen der besonderen Herzlichkeit !

Sonntags wurde die Heimfahrt angetreten, allerdings nicht ganz reibungslos. Unser G. E. bekam einen Motorschaden. Das hieß für mich, der ich den stärksten Wagen hatte, 20 Km bis Prag schleppen. In Prag einen Abschleppwagen besorgen bis kurz vor die Grenze aufgeladen und von dort wieder von mir im Schlepp über die Grenze bis Waidhaus zur dortigen Reparatur zu bringen. Dort konnten wir dann endlich die defekte Wasserpumpe mit Bordmitteln austauschen. Um 20.00 h trat ich die direkte Heimfahrt nach Hamburg an, wo ich dann endlich um 03.30 h eintraf.

Fragt man sich; ob sich die insgesamt 2 383 zurückgelegten Kilometer gelohnt haben, muss ich sagen, es hat sich gelohnt. Persönlich habe ich wieder sehr gute Freunde  gewonnen, aber auch sog. Freunde genauer kennen gelernt.

H.-Jürgen Mottschall

 

Bericht über die I. Weltmeisterschaft der Schiffsmodellbauer

 



Die 1. Weltmeisterschaft fand am 23.8.-31.8.79 in Duisburg statt.

Am 23.8.79 traf ich in Duisburg auf dem Regattagelände ein. Natürlich musste ich mich erst einmal registrieren lassen. Frohen Mutes stellte ich mich an das Ende der riesigen Reihe im Glauben, es wird schon nicht so schlimm mit der Warterei! Nach 3 Stunden hatte ich ca. 3m zurückgelegt, und nach 5 Stunden war ich dann endlich mit der Registrierung fertig. Der Werdegang war: Vorregistrierung, Fotoabteilung mit Laufpaß und Hauptregistrierung. Nicht nur ich habe mich gefragt, wie es möglich sein kann, dass Teilnehmer, die überhaupt nicht gemeldet waren, nachregistriert wurden Für diese Neustarter mussten jetzt Bielbriefe ausgestellt werden und einer musste sogar das fehlende Bild im Bielbrief durch eine Zeichnung ersetzen. Ich habe mit meinen Leidensgenossen nur noch gestaunt, wie so etwas auf einer Weltmeisterschaft möglich ist. Meine Hochachtung für die wenigen Modellbaufreunde des Duisburger Clubs und deren Freunde, die diese gewaltige Arbeit leisteten, und dabei nicht die Nerven verloren.'

Als nächstes wurde mein Schiffsmodell, die "STAHLECK" - Klasse F 2a - in der Länge und Breite vermessen. Jetzt - nach 6 Stunden – konnte für mich die WM anfangen.

Am Freitag dem 24.8. begann jetzt mit dem Einmarsch der beteiligten Nationen-Mannschaften der offizielle Teil der V. Gleich bei dieser Gelegenheit soll auch nicht das rege Interesse des Duisburger Publikums vergessen werden. Jeden Tag waren Tausende, am Sonntag sogar über 30.000 Besucher anwesend. Die feierliche Eröffnung wurde von dem Naviga-Präsident  Maurice F. vorgenommen. Nach dem Aufzählen aller guten Taten des Naviga-Verbandes, einiger weniger Verdienter und der Vereidigung der Schiedsrichter konnte nun die 1. Weltmeisterschaft beginnen.

Am 13 Uhr wurde es jetzt für die naturgetreuen Modellbauer ernst. Hier wurde in den Modellklassen EH (Handelsschiffe) und EK (Kriegsschiffe) und die F2c-Klasse (Modelle über 170 cm Länge) die Bauprüfung vorgenommen. Die anwesenden Modellbauer mussten nun den  Herren der Bauprüfkommission Rede und Antwort über ihr Modell stehen. Um 17.30 Uhr wurde die offene Wertung gezeigt, d.h. Das Ganze sieht ähnlich wie beim Eiskunstlauf aus! Auf großen DIN-A-4-Tafeln wurden die jeweiligen Ergebnisse der 5 Bauprüfer auf Kommando gezeigt: Das bewertete Schiffsmodell wird während des Vorganges dem Publikum vorgestellt. Es gab nun nicht nur vom Zuschauer einiges murren, sondern auch vom aktiven Modellbauer. Es wurde sehr niedrig gewertet,  und bei einigen Modellen recht extreme Werte festgestellt. Hier wurde wieder einmal deutlich, dass einige Bauprüfer nicht bereit sind, das Tagesangebot zu akzeptieren, wie es die Naviga-Regel vorschreibt. D.h. es können maximal 100 Punkte vergeben werden: Bei einigen Herren stellt man immer wieder fest, dass im Hinterstübchen ihres Kopfes von irgendwo ein besseres Modell hängen geblieben ist, entsprechend legen sie die Maßstäbe immer wieder an! Das wurde mir auch im Gespräch mit zwei der Herren bestätigt. Gut, auch wenn 100 oder 99 Baupunkte vergebens angepeilt werden, sollte man aber ruhig bis auf 98 Punkte vergeben. Dadurch wäre ja wohl auch dem Bauprüfer gedient, der jetzt einen größeren Spielraum zur Verfügung hätte. Während der gesamten,  Bauprüfung in allen Klassen wurde nur ein Durchschnitt von 94,33 Baupunkten als Höchstes vergeben. Die beigefügten Ergebnislisten geben darüber genaue Auskunft. Über diese Punktvergabe waren die viele meiner Mitstreiter nicht einverstanden. Bei diesem gezeigten System drängelten sich wieder einmal zu viele Modelle in einem ganz engen Spielraum. Wenn man jetzt noch die Fahrwertung von max. 100 Punkten hinzuzieht, kommt man wieder zu dem Schluss, es ist die Klasse der Geschicklichkeitsfahrer mit etwas Bauwertung.

Am Samstag folgte nun die Bauprüfung der Klasse F 2 b (110 cm - 170 cm) Hier merkte man, dass die Bauprüfer jetzt eingespielter waren. Es fiel auf, dass die einzelnen Wertungen für 1 Modell nicht all zu weit auseinander lagen. Jedoch wurde wieder allgemein tief gewertet! Ich denke dabei immer wieder an das wunderbare Linienschiff "NAPOLI" des DDR-Modellbaufreundes Arnold P.! Ich erlaube mir diese Kritik als geschulter Bauprüfer des Nauticus und als bestätigter Modellbauer.

Am Sonntag war dann auch meine Bauklasse - die F 2 a - an der Reihe. Während der Bauprüfung wurden mir jetzt von den 5 Bauprüfern die verschiedensten Fachfragen zu dem Modell "STAHLECK" gestellt. Leider fehlte jedoch diesen Herren, wie praktisch immer auf Wettbewerben,  die Zeit, um sich richtig und intensiv mit dem jeweiligen Modell zu befassen! Ich persönlich stellte jedoch auf jeden Fall ein reges Interesse der Herren fest! Hier wäre ein Ansatzpunkt, mehr Zeit für den Bauprüfer zu geben, um nicht unter dem ungeheuren Zwang 20 Spitzenmodelle in 2 Stunden werten zu müssen. Unter diesem Zeitdruck ist es ganz natürlich, dass das eine oder andere Modell nicht richtig eingeschätzt wird.' Gegen Mittag war jetzt die offene Wertung.

94,33 Pkt. höchste Wertung der Klasse


Noch ganz zufrieden


Ich war wieder einmal ganz aufgeregt, denn erstens ist es die 1. WM. und zweitens sind ja immer wieder die Ansichten über Modellbau verschieden. Endlich wurde ich aufgerufen und siehe da: Ich bekam die höchste Bauwertung der WM (94,33 Punkte) ! Ein Erfolg, den ich selbst gar nicht eingeschätzt oder gar angepeilt hatte. Die Konkurrenz war diesmal einfach zu stark. Jetzt hatte ich es also in der Hand, zusammen mit der Fahrprüfung den 1. Platz zu belegen, das sollte sich aber noch  gewaltig ändern. Am Sonntag fand auch zur gleichen Zeit die 1. Fahrprüfung der Klassen F 2 b und F 2 c statt, und siehe da, alle Fahrprofis fuhren auch bei gutem Wetter an den Toren vorbei. (Nerven!)

Am Montagmorgen wurde der 1. Durchgang in meiner Klasse gefahren. Genau wie am Tag zuvor fuhren auch wir, bis auf Jürgen M. aus Köln, alle unter 100 Punkte. Ich selbst hatte sogar nur 87 Pluspunkte, wesentlich weniger als ich sonst fahre. Im Gegensatz zu Sonntag wehte jedoch bei unserem Lauf ein ganz schöner Wind. Damit mussten jedoch alle fertig werden. Leider ist jedoch gerade mein Schiff durch den hohen Aufbau sehr empfindlich. Gerade im Dockmanöver, wo jedes Modell 3 Sekunden lang nichts berühren darf, wurde mir dieser hohe Aufbau zum Verhängnis. Zum Glück stand jedoch der 2. Lauf am Donnerstag an. Die Platzierung lautete am 1. Tag: 1. Jürgen M. aus Köln, 2. Jury S. (Sowjetunwon), 3. Günter .E.  (DDR) und ich selbst Jetzt folgte wie allgemein sehr oft auf diesem Wettbewerb, sehr viel tote Zeit für uns, dem naturgetreuen Modellbauer.

norw. Küstenpanzerschiff Helmut S. (DDR)


russ. Heckfänger Jury S. (UDSSR)


Erst am Donnerstag wurden die 2. Durchgänge gefahren. Hatten wir noch am Montag über den  Wind geschimpft und geglaubt, das war ein einmaliger Wetterausrutscher, wurden wir jetzt eines besseren belehrt. Der Wind fegte die gesamte Regattabahn entlang und baute jetzt entsprechende Wellen speziell in unserer Ecke auf. Allein im Dock waren Wellen von 10 cm Höhe normal. Als ich dem anwesenden technischen Leiter der Veranstaltung Herrn Werner Q. die Frage stellte, ob man nicht einen Schlengel vor unser Kursdreieck ziehen könnte, bekam ich nur ein Schulterzucken als Antwort. Dieser Schlengel war immerhin im Programmheft unter Punkt 16 eingezeichnet. Der Schlengel hätte zwar nicht den Wind wegnehmen können, aber diese riesigen Wellen für unsere Modellschiffe hätten sich erst gar nicht aufbauen können.' Immerhin baute man den Rennbootfahrern  auf der gegenüberliegenden Seite nach lautstarke Protest diese Absperrung auf. Hierbei nahm man auch die Wiederholung der ersten Läufe der Rennbootklassen in Kauf. Das man für diese Absperrung EH und EK- Fahrern den Kurs abbaute, spielte offenbar keine Rolle. Hier muss ich für meine Leidensgenossen sagen, dem Veranstalter waren ganz offenbar die naturgetreuen Schiffsklassen vollkommen egal, ich habe jedoch die Hoffnung, dass sich diese Vorkommnisse 1981 in Magdeburg nicht so krass  wiederholen! Bei diesen hohen Wellen kamen jetzt auch etliche Schiffchen mit erheblichem Wassereinbruch zurück. Ich selbst habe den Kreuzer KÖLN des Modellbaufreundes Erwin F. gerade noch zu fassen bekommen, sonst wäre er direkt am Steg abgesoffen. Gut, man mag jetzt sagen, soll er doch sein Schiff abdichten, aber einen Schlengel hinauszuziehen wäre ja wohl ein leichtes, zumal die Vorrichtungen dafür vorhanden waren. Ich hoffe nur, dass die Schiffe mit Wasserschäden nicht noch größere Folgeschäden erleiden. Überhaupt wurde vom belgischen Startstellenleiter nicht all zu viel Gutes von sich gegeben. Für diesen Mann war wohl das gesamte Regelwerk der Naviga ein riesengroßes Fragezeichen!

Sämtliche Starter fragten nach den ersten Durchgängen, ob nun der belgische oder der offizielle Naviga-Kurs gefahren werden sollte. Um 13 Uhr folgte jetzt für mich die Stunde der Wahrheit. Da alle großen Konkurrenten diesmal vor mir fahren mussten, kam für mich doch wieder eine gewaltige Spannung auf.' Und wieder schafften meine Sportsfreunde vor mir wieder nicht die vollen 100 Punkte. Auf meiner "STAHLECK" klebte ich die Glattdecklukendeckel mit Tesaband zu und  dann ging es los. Es war so eine Sturmfahrt, dass sogar die Schiffsschrauben leer schlugen! Der Wind drückte mich sogar am leichtesten Tor vorbei. Bei Abfahrt des Schiffes hatte ich schon im Stillen zu  70% mein Schiff auf dem Grund gesehen, aber es hielt schwimmend durch. Insgesamt fuhr ich wieder 13 Fehlerpunkte. Jetzt stand das Stechen um den 3. Medaillenrang an, denn Jürgen M. hielt seinen 1.Platz genau wie Jury S. seinen 2. Platz.

Heckfänger MOMERIA Günter E. (DDR)


Am Ende nur der 4. Platz


Vor meinem Stechen musste jetzt jedoch die F 2 b-Klasse ihren 2. Durchgang fahren. In dieser Klasse belegten die Kölner Modellbaufreunde Helmut Thomas mit einem sagenhaften 100-Punkte-Lauf den 1. Platz und Hans S. den 2. Platz. Wieder einmal ein riesiger Erfolg für den nauticus! Der eigentliche Favorit dieser Klasse, Arnold P. (DDR), belegte hier den 3. Platz.

   Um 18.30 Uhr folgte jetzt das Stechen zwischen Günter E. und mir. Meinen ersten Lauf fuhr ich jetzt bei optimalen Bedingungen und trotzdem 2 x am 6-er Tor vorbei. Günter E. fuhr jetzt nur 1 x  am 6-er vorbei und patzte im Dockmanöver, war jetzt aber um einen Punkt besser und hatte den 3. Medaillenrang.' Trotzdem von meiner Seite einen herzlichen Glückwunsch zu dieser fairen sportlichen Leistung . Natürlich war ich nicht ganz glücklich über meinen 4. Platz, aber ich meine, es ist doch auch ein ganz schöner Erfolg, gerade auf einer WM. Die Siegerehrungen bildete dann am Freitag gegen 16 Uhr den Abschluss der „WM“ wieder vor einer sagenhaften Publikumskulisse. Leider waren zu diesem Zeitpunkt doch schon recht viele der Teilnehmer abgereist. 

Ich hoffe jetzt, dass ich die nächste Qualifikation auf der Deutschen - Meisterschaft 1980 schaffe, um in Magdeburg wieder dabei sein zu können. Trotz einiger Mißstände machte es doch Spaß und man lernte hier und da doch den einen oder anderen Modellbaufreund näher kennen.

H.-Jürgen Mottschall

3. Europameisterschaft der - C 1 - bis - C 4 –  16.bis 24.09.78 in Cannes (F)

Alle 2 Jahre wird die C-EM - Leistungsklassen der Standmodelle - ausgetragen, nach Como in Italien war diesmal Cannes am Mittelmeer Austragungsort. Die Ausstellung fand im Palast der Filmfestspiele an der bekannten De La Croisette mitten in Cannes statt. Teilnehmen durften nur die jeweils 12 Ersten  der nationalen Landeswettbewerbe. Bei uns war ja bekanntlich kurz vorher am 24./25.Juni die Bundesmeisterschaft in Hannover-Misburg gelaufen.

Teurer Modelltransport wehe es passiert etwas!?


Unsere recht erfolgreiche Mannschaft


Am 14.09. fuhr ich dann endlich in Richtung Cannes ab. Die Generalrichtung war jetzt über Kassel, Frankfurt, Freiburg, dem Grenzübergang Mühlhausen nach Frankreich, von dort über Lyon, Aix-en-Provence nach Cannes. Nach 1680 Km und 17 Stunden Fahrt traf ich dann endlich in Cannes ein. Wenn ich ehrlich sein soll, doch recht kaputt. Am 16.09. Konnten die Modellschiffe im Palast der Filmfestspiele aufgebaut werden. Hier war alles sehr gut vorbereitet. Die Plätze mit den Startnummern waren vorgegeben sowie eine sichere Absperrung zum Besucher gewährleistet. Erst hier in Cannes erfuhr ich dann wer unser Mannschaftsführer war und muss gleich im Vorwege sagen, unser Herr H. war einfach Spitze!  Es gab nichts, was er über den Ablauf nicht wusste, und war auch immer im richtigen Augenblick zur Stelle. H. H.r erfuhr selbst erst 4 Tage vor Abfahrt nach Cannes, dass er der Mannschaftsführer war. Insgesamt wurde Deutschland von 10 Modellbauern mit 15 Modellschiffen vertreten.

Da gleichzeitig zur EM auch die nationale Meisterschaft der Franzosen mit ihrer - C 5 - Klasse ablief, waren weit mehr als die in Klammern auftauchenden Zahlen vertreten. Die - C 5 - Klasse (Buddelschiffe) ist noch eine französische  nationale Klasse, die jedoch mit großer Sicherheit auch bei uns einmal eingeführt wird.

Die Bauprüfkommission setzten sich  für die Klassen - C 1 - und - C 3 - aus folgenden  Herren zusammen: Leiter: Ebert (DDR), T. (Belgien), B. (Deutschland), P. (Frankreich) und S.  (Bulgarien).

In der - C 1 - Klasse (33 Modelle) sind nur historische Modelle bzw. Schiffe ohne maschinellen  Hauptantrieb vertreten. Die  - C 3 - Klasse (32 Modelle) besteht aus Schiffsanlagen, Schiffsquer- oder Längsschnitte sowie Hafenanlagen. Selbstverständlich in den unterschiedlichsten Maßstäben.

Die Bauprüfkommission der Klassen  - C 2 - und - C 4 - wurde von folgenden Herren gewertet: Leiter S. (Frankreich), F. (Belgien), G. (Italien), F. (DDR) und L. (Polen).

In der - C 2 - Klasse (49 Modelle) sind die neuzeitlichen Schiffe vertreten. Während die Klasse - C 4 - nur mit Modellen die kleiner als im Maßstab 1:250 erbaut sind mit (18 Modellen) vertreten war. Speziell die Klasse - C 4 - ist häufig mit Modellschiffen des Maßstabes 1:1000 bis hin zu 1:1800 vertreten , also mit Modellausführungen die oft nur noch mit einer starken Lupe zu betrachten sind. Die Klasse - C 2 -, in der ich mit meinen Modellen „S.A. VAN DER STEL“ und „BOMMA“ vertreten war, waren insgesamt weit über 60 Modelle vertreten. In allen Klassen waren mehr als 200 Modelle  vertreten Am Dienstag kam es zur offenen Wertung der - C 1 - Klasse. Hier kam es zu den ersten Goldmedaillen für die Bundesrepublik Deutschland durch Siegfried V.. Dieser Erfolg ließ natürlich auch für die übrigen Klassen hoffen und drückten jetzt jeder für jeden den Daumen. In der Bauprüfung konnte ich feststellen, dass von einigen Bauprüfern die Bauunterlagen und das sonstige Material sehr genau mit den Modellen verglichen und wenn nötig auch nachgemessen wurde. Gerade diese Prozeduren wurden dann auch immer wieder im Beisein des Erbauers vorgenommen. Selbst ich, der doch eigentlich ein ziemlich dickes Fell hat, kam , als am Dienstag meine Modelle gewertet wurden, ins Schwitzen. Besonders an meinem Modell „S.A. VAN DER STEL“ wurde immer und immer wieder mit der Schieblehre nachgemessen und zu meinem Trost keine Unterschiede zum Bauplan festgestellt. Das ließ natürlich hoffen ! Das eigentlich schlimme waren die Sprachschwierigkeiten mit den Bauprüfern, die leider nicht selten nur ihre Landessprache beherrschten. Irgendwie  wurde auch diese Tortur überstanden und nun fing das große Warten auf die Ergebnisse in meiner Klasse an. Damit das Ganze für mich noch spannender wurde, kam die offene Wertung erst am Donnerstag heraus.

Am Mittwoch war der sog. Ruhetag für alle, sodass eine Gemeinschaftsfahrt nach Monaco unternommen wurde. In Monaco besuchten wir das Meeresmuseum des französischen Meeresforschers Jaques Custeau, für mich ein einmaliges Erlebnis ! Dieses Museum ist, glaube ich, wohl einmalig, allein das Aquarium mit Vielfalt an Fischen und sonstigem  Meeresbewohnern. Ein phantastisches Mittagessen oberhalb von Monaco bildete den Abschluss des Ausfluges.

Der Donnerstag Mittag offenbarte uns endlich unsere Wertungen der - C 2 - Klasse. Ich war etwas nervös, denn ich hatte vorher hier und da etwas läuten hören und siehe da, es gab für mich eine Gold- und eine Bronzemedaille. Ein Erfolg mit dem ich eigentlich bei der gewaltigen Konkurrenz nicht so recht glauben konnte. Unter Strich waren jetzt alle Mühen und die sog. Selbstüberwindungsstunden in der Kellerwerkstatt vergessen -es hat sich gelohnt- ! Dachte ich der Freitag rundet meinen persönlichen Erfolg mit der Silbermedaille in der Klasse - C 3 - für den 150 to. Schwergutmast ab, hatte ich mich getäuscht. Es sollte noch viel besser kommen!

Am Sonnabend den 23.09. War dann die große öffentliche Ehrung der Gewinner. Hier kam nun alles was Rang und Namen in der NAVIGA hatte, auf der Dachterrasse zusammen, dass der Bürgermeister der Stadt Cannes mit seinem Gefolge nicht fehlen durfte, war fast schon eine Selbstverständlichkeit. Für die jeweiligen Klassenersten gab es einen Pokal. Dem jüngsten  Modellbauer der EM ehrte man mit einem Extrapokal.  Für mich der schon rund um zufrieden war kam jetzt die größte Überraschung mit der Sonderauszeichnung von französischen Departement für Kunst. Diese Ehrung war die Auszeichnung für das schönste und eleganteste Modell aller Klassen des Wettbewerbs - für die „S.A VAN DER STEL“-. Diese Auszeichnung war für mich die Krönung des gesamten Wettbewerbs. Das nach der offiziellen Ehrung das große Händeschütteln einsetzte, war glaube ich leicht nachvollziehbar. Zur Siegerehrung wurden die jeweiligen Medaillen von Mädchen in den französischen Landestrachten auf Kissen den Herren Prof. Dr. Dr. Artur B. (Vizepräsident der NAVIGA) und  dem Präsidenten der NAVIGA, die Ehrungen vornahmen, zugeführt. Für die Teilnehmer mit Sicherheit eine phantastische Ehrung, lebt doch der Künstler auch von solchen Ehrungen. Nachdem die Ehrungen überstanden waren, ging es an die inzwischen auf der Terrasse eröffnete Sektbar um hier erst einmal die ganze Freude zu begießen.

GOLD-SILBER-BRONZE Auszeichnung


Sowie der KUNSTEHRENPREIS der Europameisterschaft


Pünktlich Sonntag um 08.00 h wurden die Modelle an die Eigentümer übergeben und es konnte die Heimfahrt angetreten werden. In der Nacht von Sonntag auf Montag um 02.15 h traf ich dann endlich nach 1 680 Km Fahrt bei mir zu Hause ein. Es war eine gewaltige Strapaze, aber für mich hat sie sich wieder einmal gelohnt. Nur auf solchen Wettbewerben hat man einen tatsächlichen Anhaltspunkt, wo man im Modellbau steht. Persönlich habe ich sehr viel dazugelernt, konnte aber auch gleichzeitig wertvolle Tips weiter geben. Die dort versammelten Modelle zu beschreiben, würde wohl diesen Rahmen sprengen. Aus diesem Grunde habe ich auch sehr viele Dias geschossen und werde sie bei passender Gelegenheit auch zeigen.  

H.-Jürgen Mottschall